Weinland

Chippen und Kastrieren zum Wohl von Katze und Mensch

Zurzeit läuft eine gemeinsame Kampagne von Bund, Tierärzten und Tierschützern: Katzen sollen gechippt und kastriert werden. Auch der in Kleinandelfingen praktizierende Veterinär Josef Föhn begrüsst solche Mass­nahmen sehr.

von Cindy Ziegler
23. Oktober 2018

In den sozialen Medien häufen sich dieser Tage die Vermisstmeldungen von entlaufenen Stubentigern oder vermissten Freigänger-Katzen. «Eine Katze kann man nur sicher wiederfinden, wenn sie eindeutig identifiziert werden kann», sagt Josef Föhn, der in der Tierarztpraxis Wyland in Kleinandelfingen praktiziert. Das Problem: Da das Chippen von Katzen in der Schweiz nicht obligatorisch ist, sind viele nirgends registriert. Veterinäre wie Josef Föhn können so nicht bestimmen, wem das Tier gehört. «Das muss nicht sein», sagt er.

Seit dem Welttierschutztag am 4. Oktober läuft eine nationale Kampagne für das Chippen und Kastrieren von Katzen. Unterstützt wird diese von allen Seiten: von Bund, Tierärzten und Tierschützern. Gemäss der Tierdatenbank Anis dürfte derzeit nur rund ein Drittel aller Katzen in der Schweiz einen Mikrochip implantiert haben.

Gemäss Schätzungen leben 1,7 Millionen Katzen in der Schweiz, bis zu 300'000 leben verwildert, gehören niemandem oder werden nicht betreut. Aufgrund dieser beiden Beobachtungen sollen gemäss Kampagne-Initianten alle Katzen zu ihrem eigenen Wohl gechippt und kastriert werden.

Massnahmen haben nur Vorteile
Für Josef Föhn haben die Massnahmen keine Nachteile, nur Vorteile. Entlaufene oder bei einem Verkehrsunfall verletzte Katzen kommen durch das Auslesen des Mikrochips möglichst rasch wieder zu ihrem Besitzer. Kann eine Katze nicht zweifelsfrei identifiziert werden und wird ihr Besitzer auch über die Tiermeldezentrale nicht gefunden, landen die Katzen im Tierheim. «Und die sind heute schon voll», sagt der Veterinär.

Dazu komme, dass sich unkastrierte Katzen unkontrolliert vermehren. Das war vor den koordinierten Kastrationsaktionen, die der Tierschutz seit 1995 durchführt, auf vielen Bauernhöfen der Normalfall. Manchmal wurden die unerwünschten Kätzchen ertränkt oder erschlagen, einige wurden auch vernachlässigt. Josef Föhn erinnert sich noch gut an diese Zeiten: «Viele Bauernhofkatzen waren krank oder unterernährt.»

Vor 30 Jahren seien nur wenige Katzen kastriert gewesen, heute sehe die Situation anders aus – zum Glück. Das liege daran, dass viele Höfe ihre Produkte direkt verkaufen und so unter Beobachtung stehen. Aber auch das Verständnis diesbezüglich habe zugenommen.
Josef Föhn würde ein Chip-Obligatorium, wie es bei Hunden gilt, auch bei Katzen begrüssen: «Das würde allen eine gewisse Sicherheit geben.» Es mache es auch schwieriger, Katzen «zu entsorgen», weil sie so zum Halter zurückgeführt werden können. Und es kostet mit rund 90 Franken nicht alle Welt.

 

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