Weinland

Ein Herzensprojekt: Mit Kunst soziale Projekte unterstützen

Mit von Kunstschaffenden gestalteten T-Shirts wollen die Schwestern Stefanie und Franziska Hefti Geld für soziale Organisationen sammeln. Dafür gründeten sie den Verein «The Helping Artists Society».

von Jasmine Beetschen
03. September 2021

Wer mit Stefanie und Franziska Hefti aus Benken spricht, spürt sie sofort: die Energie, Freude und Motivation, etwas auf die Beine zu stellen und sich damit für einen guten Zweck einzusetzen. Mit viel Leidenschaft in der Stimme erzählen sie von ihrem neuen Projekt: dem Verein «The Helping Artists Society» (Thas), auf Deutsch: «die helfenden Künstler*innen».

Die Idee dafür formte sich bei Franziska Hefti im letzten Winter, als sie unfallbedingt eine Zwangspause einlegen musste und dadurch viel Zeit zum Nachdenken hatte. Sie ist Fachfrau Betreuung in einem Kinder- und Jugendheim, zudem arbeitet sie zeitweise als Skilehrerin in Arosa. «Ich hatte etwas zu kämpfen mit meiner Verletzung, manche Tage waren schwierig – da habe ich mir vor Augen geführt, wie es denn wohl anderen geht, die nicht nur vorübergehend, sondern immer Einschränkungen im Leben haben», erzählt die 29-Jährige. Sie wollte schon lange etwas Eigenes auf die Beine stellen. «Nun hatte ich endlich mal Zeit, konkrete Pläne zu schmieden», sagt sie.

Schwesternpower im Verein
Da sie zugleich auch Künstlerin ist, fotografiert und textet, kam sie auf die Idee, Kunst und soziale Arbeit zu vereinen. Entstanden ist daraus Thas, ein Verein, der T-Shirts von Künstlerinnen und Künstlern gestalten lässt und mit dem Erlös der verkauften Ware verschiedene soziale Organisationen unterstützt.

Noch vor der Vereinsgründung holte sie ihre Schwester Stefanie Hefti mit ins Boot. Die 27-Jährige hat Sozialpädagogik studiert und arbeitet ebenfalls in einem Kinder- und Jugendheim. «Franziska mit ihrem Kunstverständnis und den Kontakten und ich mit meinem Hintergrund im sozialen Bereich: Das ist die ideale Kombination für einen guten Verein», sagt Stefanie Hefti.

Am 20. Mai 2021 unterzeichneten sie die Vereinspapiere. Seither bauen die Schwestern ihre Website auf und sind auf Instagram tätig, um ihre Präsenz in den sozialen Netzwerken auszuweiten und weitere Künstlerinnen und Künstler als Mitglieder zu gewinnen. Dabei sollen die Kunstschaffenden nicht nur von ihren Werken her passen, sondern auch charakterlich. Das ist den Schwestern sehr wichtig. «Das Werk kann noch so toll aussehen, wenn der Mensch dahinter nicht zu unseren Werten passt, können wir das nicht miteinander vereinbaren», sind sie sich einig.

Mittlerweile sind bereits 17 bis 20 Kunstschaffende mit an Bord und bereit, gemeinsam etwas zu bewirken. «Etwa einmal pro Quartal darf sich eine Künstlerin oder ein Künstler ein Herzensthema aussuchen und dazu etwas kreieren», erklärt Stefanie Hefti. Die Themen können unterschiedlich sein und aus allen Bereichen stammen, wie zum Beispiel Mobbing, Armut oder auch spezifischere Themen. «Wir sind da offen, und Vorschläge sind jederzeit willkommen», meint Franziska Hefti. Diesen Monat steht das Thema LGBTQ an, die T-Shirts dazu sind gerade noch im Druck. Am Wochenende soll es dann an die Pride in Zürich gehen, wo der Verein den ersten offiziellen Auftritt hat. «Wir freuen uns, endlich los­legen zu können», sagt Stefanie Hefti.

Nachhaltigkeit grossgeschrieben
Die Oberteile werden lokal in Schaffhausen gedruckt. Nachhaltigkeit ist den beiden dabei enorm wichtig. «Einerseits möchten wir mit unseren Prints gegen die Massenproduktion wirken: So gibt es pro Motiv nur eine limitierte Auflage an T-Shirts», erklärt Stefanie Hefti. Wenn nicht jeder auf der Strasse das Gleiche trage, werde das Teil auch zu etwas Besonderem und erhalte den Status der Einzigartigkeit.

Win-win-Situation
Verkauft werden sollen die ersten Shirts für 40 bis 50 Franken pro Stück, davon sollen 20 bis 30 Franken direkt gespendet werden. «Im Prinzip wird jeweils der gesamte Erlös gespendet, lediglich die Produktionskosten ziehen wir ab», so Franziska Hefti. «Das Ziel ist definitiv nicht, für uns Geld zu verdienen, sondern möglichst viele tolle Organisationen unterstützen zu können», ergänzt Stefanie Hefti.

Dabei soll eine gute Zusammenarbeit entstehen, nicht bloss ein oberflächliches «Geldüberweisen». Hand in Hand zusammenzuarbeiten, und zwar längerfristig, mit einem offenen Austausch, das wünschen sich die Benkemerinnen.

Neben der Unterstützung sozialer Organisationen soll der Verein auch eine Plattform für die Künstlerinnen und Künstler sein. Ein Ort, an dem sie sich untereinander austauschen und vernetzen, vor allem aber auch präsentieren können. «Eine Win-win-­Situation für beide: die Kunst und die Sozialarbeit», erklärt Franziska Hefti.

Mitglied werden könne jede oder jeder, auch Nicht-Künstlerinnen und -Künstler. Ebenso seien Interessierte für Freiwilligeneinsätze stets willkommen. Bald stehe zudem ein Crowdfunding an, um die Startkosten des Vereins decken zu können. «Egal, aus welchem Bereich, wir freuen uns über jede Unterstützung von Gleichgesinnten, damit dieses Herzensprojekt fruchtet und wir etwas bewegen können», sagen sie.

Mehr Infos unter: www.tha-society.ch

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