Weinland

Mit dem ÖV in den Hort

Ab kommendem Schuljahr werden in Dachsen Kinder in einem Hort betreut – auch jene zweier Nachbargemeinden. Diese lösen den Transport zur Krippe unterschiedlich.

von Eva Wanner
06. Juli 2018

Man stolpert über das Inserat im Uhwieser Mitteilungsblatt. Eine Person wird gesucht, die mit einem Kindergärtler vom Chindsgi am Mettliweg einige Meter bis zur Haltestelle Unterdorf geht und ab da das Kind im Bus bis nach Dachsen begleitet. Später soll es nur noch bis zur Haltestelle gebracht werden. Am Schluss des Inserats die Frage: «Fühlen Sie sich angesprochen?»

Kommt dar­auf an – worum gehts denn? Um den Hort in Dachsen, der im kommenden Schuljahr eingeführt wird, und in dem auch Eltern aus Benken und Uhwiesen ihre Kinder betreuen lassen können (die «AZ» berichtete). Die Schule sei für eine bedarfsgerechte Betreuung zuständig und damit auch für den Transport der Kinder während der Schulzeit, sagt Thomas Messerli, Leiter der Uhwieser Primarschule, auf Anfrage. «Da Dachsen zeitgerecht mit dem Bus erreichbar ist, haben wir auf eine teure Taxi- oder Schulbuslösung verzichtet», sagt er weiter. Eine Betreuungsperson werde die Kinder anfänglich auf der Fahrt begleiten, später sollen die kleinen Kinder bis zur Bus­station in Uhwiesen gebracht werden. «So stellen wir sicher, dass die Kinder den Bus rechtzeitig erreichen.»

Auch wenns nur ein Kind ist? Auch dann, sagt der Schulleiter. Denn als der Hort in Dachsen sein Angebot für die Nachbarn öffnete, sagte aus Uhwiesen eine Familie mit zwei Kindern zu – die an zwei Daten Begleitung benötigen. Für beide Daten haben sich bereits Freiwillige gemeldet, so Thomas Messerli: eine Seniorin sowie eine Frau, die in der Nähe des Kindergartens wohnt.

Wie der Transport künftig gelöst werde, müsse nach dem ersten Jahr besprochen werden, so Thomas Messerli. Überhaupt muss das Angebot mit Hort in Dachsen unter die Lupe genommen werden – in Uhwiesen haben Eltern auch die Möglichkeit, ihre Kinder in Tagesfamilien betreuen zu lassen oder den Mittagstisch zu nutzen.

Benken stellt ein Unternehmen an
In Benken ist noch nicht ganz klar, wie viele Eltern das Angebot in Dachsen abschliessend nutzen werden – und hier steht keine direkte Busverbindung zur Verfügung. «Wir sind mit einem Bus/Taxi-Unternehmen im Gespräch und haben eine vorläufige Lösung für das nächste Schulhalbjahr gefunden», sagt Schulpflegerin Susanna Meister auf Anfrage. Und erläutert die Überlegungen: «Der regelmässige, entgeltliche Transport von Personen benötigt meistens eine Taxi- oder Buslizenz und kann nur unter bestimmten Bedingungen durch Privatpersonen übernommen werden.» Der Transport durch ein Unternehmen ist nicht günstig, «dafür sicher» und die Schulgemeinde habe sich bereit erklärt, einen Teil der Kosten zu übernehmen.

Längerfristig wird eine kostengünstigere Variante angestrebt. Möglich wäre, dass eine Privatperson mit einer entsprechenden Ausbildung einen gemieteten oder gekauften Bus fährt oder aber eine Fahrgemeinschaft mit der Nachbargemeinde gebildet werde.

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