Familienrat

Fach-Chinesisch aus der Praxis (2)

von Kurt Ramel, Henggart, Praxis für Kinesiologie
06. Dezember 2022

Vielleicht können Sie sich noch an meinen letzten Text erinnern (AZ vom 16.9.2022). Der Konstitutionstyp Erde, welcher gedanklich nach aussen auf das Umfeld gerichtet ist. Demzufolge gedanklich und energetisch wenig bei sich. Verständnisvoll, empathisch mitfühlend, eher zerstreut und zu viel Energie im Kopfbereich. 

Was kann ein solcher Mensch fĂĽr sich tun, der sich gewohnt ist, sich um alles ringsum zu kĂĽmmern und sich selbst dabei gerne etwas vergisst?

In erster Linie gilt es, die kopflastige, nach aussen gerichteter Energie wieder nach innen, zu sich selbst und nach unten, zur Erde zu lenken. Das vermittelt eine starke Mitte, verleiht Boden unter den FĂĽssen und gibt somit Halt im Leben.

Um dies zu erreichen, kann in der Therapie mit kinesiologischen Energiebalancen und unterstĂĽtzend mit spezifischen naturheilkundlichen Mitteln Einfluss genommen werden.

Es gibt aber auch Möglichkeiten, selbst dazu beizutragen mit Übungen bzw. den Lebensstil entsprechend anzupassen. Alles, was mit Achtsamkeit zu tun hat, wo es darum geht, sich selbst zu spüren und seine aktuellen Bedürfnisse wahrzunehmen, kann helfen. Achtsamkeitsmeditationen können für diesen Konstitutionstypen zu Beginn schwierig sein, da zu viel Energie- im Kopf und den Gedanken ist. Er schafft es nicht, zur Ruhe zu kommen. Da empfiehlt es sich eher, mit Atemübungen oder bewegten Meditationen zu beginnen. Yoga, eine Verbindung aus Körperübungen und Atmung, eignet sich auch sehr gut, um weg vom Kopf in die Körperwahrnehmung zu gelangen. Aber auch achtsame Waldspaziergänge oder Wanderungen können helfen. Andere bevorzugen Sport, um sich auszulassen, sich und ihre körperlichen Grenzen zu spüren, das kann ebenfalls helfen. Auch gesundes Essen, also achtsames Kochen und Essen, erdet. Alles mit dem Ziel, seine innere Mitte zu stärken und mehr Boden unter den Füssen zu erlangen. Nach dem Motto: «Sich spüren und gut für sich sorgen, statt grübeln und sich sorgen.»

Oft haben solche tiefliegenden Verhalten auch einen Nutzen. Sei dies persönlicher Natur oder evolutionstechnisch. Es hat sich gelohnt oder bewährt, sich zu sorgen. Doch in der aktuellen Lebenslage ist das Verhalten etwas überholt und könnte angepasst werden. Es gibt also auch Hinderungsgründe oder gar Blockaden, die es zu berücksichtigen gilt, um sich im Leben und persönlich erfolgreich weiterzuentwickeln. Daher sollten Veränderungen vielschichtig angegangen werden, sie sollen erstrebenswert und lohnend sein, also ein konkretes Ziel und ein Zweck sollten dahinterstecken. Auf den obigen Konstitutionstypus bezogen heisst das, dass er plötzlich mehr Präsenz und Schlagfertigkeit zeigen kann, da er weniger in Gedanken und mehr im Hier und Jetzt ist. Dass er genügend Energiereserven für sich selbst hat, weil er sich besser spürt und sich um seine Bedürfnisse kümmern kann. Somit achtsamer mit sich und seiner Energie umgehen kann. Schlechte Nachrichten ihm nicht gleich den Boden unter den Füssen wegziehen. Und wenn sich das Neue lohnt, kann man das Alte auch getrost gehen lassen. Ein neues Lebensgefühl stellt sich ein, und es wird immer leichter und erstrebenswerter.

Wann haben Sie das letzte Mal etwas an sich verändert? Setzen Sie Ihre Vorsätze fürs nächste Jahr um, vielleicht mit etwas komplementärtherapeutischer Unterstützung.

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