Sport

Das Kantonalturnfest hat begonnen

Bereits ist das erste Wochenende des zweitgrössten Breitensportanlasses der Schweiz Geschichte. In Dägerlen und Andelfingen zeigten Einzel-, Spitzen- und Nachwuchsturnerinnen und -turner starke Leistungen.

von Manuel Sackmann
20. Juni 2023

Der Zehnkampf bei den Herren und der Siebenkampf bei den Damen gelten als die Königsdisziplinen in der Leichtathletik. Auch am Zürcher Kantonalturnfest in Dägerlen (KTF Wyland) stand diese Wettkampfform zur Auswahl. Verteilt auf Samstag und Sonntag bestritten die Teilnehmenden ihre Disziplinen, viele davon auf dem eigentlichen KTF-Gelände beim Lindenhof, vereinzelte wie etwa Stabhochsprung oder Diskuswerfen in Andelfingen.

45 Herren und 18 Damen stellten sich der vielseitigen Herausforderung. Gerade der Stabhochsprung oder auch der HĂĽrdenlauf sind Exoten im turnerischen Breitensport. Der Zehn- beziehungsweise Siebenkampf bietet daher eine Gelegenheit, auch einmal etwas Ungewohntes auszuprobieren.

Bei den Damen landeten zwei Athletinnen aus der Region auf dem Podest: Sheila Graber (TV Thalheim) belegte mit einem Punktetotal von 4250 Rang zwei direkt vor Larissa Erni (TV Dinhard) mit 4244 Zählern. Der Sieg ging an Nicole Höhener vom TV Teufen (4405). Bei den Herren triumphierte mit Dominic Fehr ein Athlet des TV Buchberg-Rüdlingen (5882). Hinter ihm komplettierten Jan Jenni (TV Walensee-Unterterzen, 5689) und Christian Graf (TV Rickenbach, 5408) das Podest.

Ein umfangreiches Programm
Zwar sind Zehn- und Siebenkampf die Königsdisziplinen, doch das erste Wochenende des KTF Wyland bot noch weit mehr. Es fanden zahlreiche Einzelwettkämpfe in der Aerobic, der Gymnastik, im Geräteturnen, in der Leichtathletik und in gemischten Disziplinen statt. Hinzu kamen Wettkämpfe der Jugend (Einzel und Sektion), des Behindertensports (Plusport), im Nationalturnen (siehe Text unten), in Spielen wie Faust-, Volley- und Korbball sowie im Spitzensport (Akrobatik und Kunstturnen).

Überall wurden Topleistungen erbracht, von hiesigen Athletinnen und Athleten ebenso wie von Auswärtigen. Alle aufzuzählen, wäre an dieser Stelle wenig sinnvoll, sämtliche Ranglisten sind auf der Website des KTF Wyland zu finden.

Schon die vergangenen Tage lockten viel Volk nach Dägerlen, sei es per Zweirad oder per Shuttlebus. Doch am kommenden Wochenende dürfte das Gelände erst richtig voll werden. Ab Freitagmorgen um 8 Uhr bis Samstagabend stehen die Vereinswettkämpfe der Aktiven, der Frauen und Männer sowie der Senioren auf dem Programm.

Rund 300 Sektionen der Aktiven, 100 der Frauen und Männer sowie knapp 30 der Senioren bestreiten einen dreiteiligen Wettkampf. Ein kleinerer Teil – etwa 100 Sektionen der Aktiven, 30 der Frauen und Männer sowie 6 der Senioren – tritt in einer einzelnen Disziplin an.

www.ktf2023.ch

Im Nationalturnwettkampf zeigt sich: Schwinger wie Jeremy Vollenweider sind vielseitig.
Im Nationalturnwettkampf zeigt sich: Schwinger wie Jeremy Vollenweider sind vielseitig. / zvg

Jeremy Vollenweider erneut nicht zu schlagen

Nationalturnen: Der Marthaler Jeremy Vollenweider ist in Topform. Nach zuletzt zwei gewonnenen Wettkämpfen wollte er auch am KTF Wyland triumphieren. Die Mission Heimsieg gelang.

Wenn schon einmal ein grosses Wettkampfgelände errichtet wird, kann man es auch gleich sinnvoll nutzen. So ist es auch in Dägerlen. Im Rahmen des Zürcher Kantonalturnfests (KTF Wyland) fand am Samstag auf dem Areal der Zürcher/Schaffhauser Nationalturntag statt.

Zu den Favoriten zählte auch Jeremy Vollenweider. Der Marthaler Kranzschwinger präsentierte sich zuletzt in bestechender Form. Kaum zurück von einer einjährigen Verletzungspause gewann er gleich zwei Nationalturnwettkämpfe. Auf den überlegenen Triumph am Thurgauer liess er einen weiteren am Berner Kantonalen folgen. Nun sollte es auch beim Heimfest klappen.

Es lief gut. Bereits zur Mittagspause und nach Abschluss der Vornoten, die unter anderem Disziplinen wie Steinheben oder Bodenturnen beinhalten, lag der 25-Jährige mit 2,3 Punkten vorne. Und von seinen sechs Zweikämpfen (Ringen und Schwingen) konnte er fünf gewinnen. Einzig den letzten Gang im Ringen gegen den Eidgenossen Martin Roth stellte er. So war nicht die Frage, ob Jeremy Vollenweider den Schlussgang bestreiten, sondern wer dort der Gegner sein würde.

Das Rennen machte letztlich der Thurgauer Nationalturner und Schwinger Andrin Habegger. Er und Jeremy Vollenweider hatten bereits in einer früheren Runde im Schwingen gegeneinander gekämpft, mit dem besseren Ende für den Marthaler.

Der Weinländer hätte den Schlussgang gar nicht gewinnen müssen, stand er doch schon vorher als Gesamtsieger fest. Seine drei Punkte Vorsprung waren nicht mehr aufzuholen. Dank dem Sieg am KTF konnte Jeremy Vollenweider in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge einen Nationalturntag in der obersten Kategorie A gewinnen.

Dem Sieg folgt der Kranz
Der Auftritt in Dägerlen war erst der Anfang eines erfolgreichen Wochenendes. Denn bereits am Sonntag stand der Marthaler erneut im Einsatz. Und auch das mit Erfolg.
In Flims GR bestritt er das Bündner-Glarner Kantonalschwingfest und sicherte sich seinen insgesamt 18. Kranz. Er konnte vier von sechs Gängen für sich entscheiden, davon zwei mit Höchstnote. Einzig gegen die Eidgenossen Kilian Wenger und Domenic Schneider verlor er. Am Ende Resultierte Rang 6e. (az)

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