Weinland

Alternativen zum geschlossenen Gym

Gleich mit sechs Vita­parcours wartet unsere Gegend auf, 500 sind es im ganzen Land. Zurzeit bieten sie auch jenen eine Alternative, die nicht ins Gym können, weil Fitnesscenter ebenfalls geschlossen sind.

von Silvia Müller / Roland Spalinger
21. April 2020

Seit 1968 lockt er Jung und Alt regelmäs­sig in die Natur: der Vitaparcours. Er ist Sinnbild für Gesundheit, Fitness und Wohlbefinden. Um die Jahrtausendwende wurden sämtliche rund 500 Vitaparcours in der Schweiz modernisiert, im Frühling 2003 war die Aktion abgeschlossen. Anpassungen gab es danach zum Beispiel in Andelfingen im vergangenen Jahr («AZ» vom 29.3.2019), als bei den Posten mit Reck und Ring ein Fallschutz geschaffen wurde; dies wegen einer neuen Norm. In Rheinau waren die Anpassungen diesen Frühling vorgesehen, werden wegen der aktuellen Lage aber erst im Herbst ausgeführt.

Weniger Posten, mehr Übungen

Seit 2003 müssen auf einem Vitaparcours nicht mehr 20, sondern nur mehr 15 Posten bewältigt werden, die Anzahl Übungen hat sich aber von 20 auf 43 deutlich erhöht. Ziel ist es, den ganzen Körper mit den verschiedenen Muskelpartien zu trainieren. Die Benutzer entscheiden selber, ob sie Übungen für Beweglichkeit und Geschicklichkeit (gelb) machen wollen, für Kraft (rot) oder für Ausdauer (blau). Der Vitaparcours kann aber auch als Laufstrecke benutzt werden. Am Schluss sind die Laufzeiten angegeben, und es werden Angaben zum Energieverbrauch gemacht.

Der erste Vitaparcours wurde 1968 in Zürich-Fluntern durch die Vita Lebensversicherungs-Gesellschaft geschaffen. In den folgenden Jahren wuchs er zu einer nationalen Institution und bekannten Marke heran. Heute benutzt gemäss Zurich Versicherung, welche die Vita übernommen hat, rund ein Fünftel der Bevölkerung den Vitaparcours. Die Zurich Versicherung ist die Hauptsponsorin; betreut und unterhalten werden die Parcours von lokalen Trägerschaften (12 Prozent Sportvereine, 81 Prozent Gemeinden und 7 Prozent Verkehrsvereine/Tourismusorganisationen).

 

 

Hier stellen wir Ihnen die sechs Vitaparcours in unserer Gegend vor:

Harter Beginn
Andelfingen
– das Aufbautraining.
Rundum reizvolle Aussichten auf Wohnquartiere und garantierte Treffen mit Spaziergängern oder jungen Bikern, die im Wäldchen einen Trail angelegt haben. Gut gelegen und nur wenig länger, aber fordernder als der Rheinauer Parcours, vor allem am Anfang zum warm werden.

Flurname: Isenberg
Trägerschaft: Gemeinde
Start: Beim Reitplatz
Länge: 2,1 Kilometer, Leistungskilometer: 2,5
Steigung: 40 Meter
Koordinaten: 693.225/271.870

 

Der Gekrönte
Feuerthalen – der Städtische. Mäs­sig lang und meist angenehm flach. Wer unbedingt Beine wie Blei und ein spektakuläres Panorama will, kann unterwegs den Pfad verlassen, einem Wegweiser zum krönenden Kohlfirstturm folgen und dessen Stufen im Laufschritt erklimmen.

Flurname: Cholfirst
Trägerschaft: Gemeinde
Start: Beim Schwarzbrünneli
Länge: 2,2 Kilometer, Leistungskilometer: 2,5
Steigung: 30 Meter
Koordinaten: 690.200/282.570

 

Kurz vor (Posten) 12
Flaach – sensationelle und immer wieder neue Ausblicke aufs Dorf und die Täler. Allerdings muss man sich das Vergnügen auf dem anstrengendsten Parcours des Weinlands sportlich verdienen. Nach Posten 11 steigt der Trampelpfad leicht an und mündet in eine nahrhafte Treppe.

Flurname: Mülberg
Trägerschaft: Gemeinde/TV Flaach
Start: Oberhalb «Amenloch»
Länge: 2,4 Kilometer, Leistungskilometer: 3,0
Steigung: 60 Meter
Koordinaten: 688.520/269.700


 

 

Der Blaue
Rheinau – das Einsteigermodell. Sehr kurz und flach und somit familienfreundlich. Die einzige «blaue Piste» unter den Weinländer Vita­parcours. Alle anderen gehören der mittelschweren, roten Kategorie an. Im Herbst wird die Anlage saniert.

Flurname: Seewerben
Trägerschaft: Gemeinden Marthalen und Rheinau/Männerriege Rheinau
Start: Bei der Strasse Radhof
Länge: 1,5 Kilometer, Leistungskilometer: 1,7
Steigung: 20 Meter
Koordinaten: 688.890/276.620

 

Der Fordernde
Stammertal – schön lang und steil. Herrliche Aussichten aufs Stammertal und zu Beginn ein heimli­feisser Aufstieg machen diesen Parcours aus. Im Moment säumen Sturmspuren den Weg. Als Belohnung könnte ein Abstecher ins mystische Tobel in der Nähe des Starts locken.

Flurname: Stammerberg
Trägerschaft: Politische Gemeinden
Start: Oberhalb der reformierten Kirche Unterstammheim
Länge: 2 Kilometer, Leistungskilometer: 2,7
Steigung: 70 Meter
Koordinaten: 701.860/277.730

 

Der Verborgene
Uhwiesen – der Zweithärteste, ähnlich lang und steil wie Flaach. Er bietet wenig Aussicht, aber viel Einsicht in die Gewalt von Stürmen. Lange führt er durch eher lichtes Jungholz. Dazu zählen auch die drei Mammutbäume am Anfang. Sie sind zwar riesig, aber erst 49 Jahre alt und somit noch schnuckelige Mammutbaumbabys.

Flurname: Haselwies
Trägerschaft: Gemeinde
Start: Parkplatz beim Holzschopf
Länge: 2,4 Kilometer, Leistungskilometer: 2,9
Steigung: 50 Meter
Koordinaten: 691.280/280.780

 

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