Politische Gemeinde
| Aufwand | 11'490'000 |
| Ertrag | 11'226'000 |
| Ergebnis | -264'000 |
| Steuerfuss | 41 (Vorjahr 41) % |
Primarschulgemeinde
| Aufwand | 4'680'000 |
| Ertrag | 4'620'000 |
| Ergebnis | -60'000 |
| Steuerfuss | 48 (Vorjahr 48) % |
Marthalen - Zwei Aussagen an der Gemeindeversammlung sorgten für unterschiedliche Lacher: einen herzhaften bei der Primarschule und einen ungläubigen, ablehnenden im Infoteil der Politischen Gemeinde
Ganz sicher ist es noch nicht. Aber zu «99,99 Prozent» werde der alte Bahnhof als schützenswertes Objekt inventarisiert. Dies sagte Gemeindepräsident Matthias Stutz (SVP) am Dienstag an der Gemeindeversammlung mit 67 Stimmberechtigten. Was die SBB dann mit dem Gebäude machen wolle, sei offen. Jedoch sei das Unternehmen empfänglich für Ideen.
Die Entwicklung überrascht. Im August 2023 war im Mitteilungsblatt die Bauausschreibung publiziert, nachdem die SBB ein Jahr zuvor auf Anfrage gesagt hatte, ein Abbruch des Bahnhofgebäudes inklusive Nebenbaute (ohne Holzschuppen) stehe im Vordergrund.
«Die frühere Kommunikation basierte auf einer Prüfung verschiedener Optionen», sagt SBB-Mediensprecherin Carmen Hefti auf Anfrage. Inzwischen habe sich die Einschätzung geändert. «Das Gebäude in Marthalen gilt als schützenswert und ist Teil eines historisch bedeutenden Ensembles. Es soll deshalb erhalten, saniert und einer neuen Nutzung zugeführt werden.»
Vielleicht fällt ja dem ab Juli 2026 neu zusammengesetzten Gemeinderat eine Lösung ein – für die vier freien Sitze (und alle anderen auch) konnten Interessierte gefunden werden. Einer der neuen ist Architekt und, sollte er gewählt werden, wohl prädestiniert für das frei werdende Ressort Bau. Gemeindeforum und SVP hätten gemeinsam gesucht, sagte Matthias Stutz, der erneut kandidiert.
Ebenfalls zum Infoteil gehörte die Mitteilung, dass von den im Oberdorf gesetzten vier Pfosten zum Schutz des Fussverkehrs einer fehle. Matthias Stutz vermutet einen Schildbürgerstreich, der jedoch nur Kosten verursache. Denn der Pfosten sei polizeilich vorgeschrieben und werde erneut platziert, was am Mittwoch schon geschehen war. Kostenpunkt: 500 Franken.
Mehr ins Geld ginge, wenn per Ende 2026 das Melderecht umgesetzt würde. Marthalen erhalte dann «auf einen Chlapf» 30 bis 45 Einwohnende mehr, ohne gewachsen zu sein, so Matthias Stutz weiter. Die Zahl entspricht den auswärtigen Bewohnenden des Zentrums für Pflege und Betreuung Weinland im Dorf.
Dass diese bei den anderen Zweckverbandsgemeinden weg- und bei Marthalen dazugezählt würden, wäre kein Problem. Mit mehr als 2080 Einwohnenden würde die Gemeinde aber aus dem geografisch-topografischen Sonderlastenausgleich des Kantons fallen und aufs Mal 300'000 Franken weniger erhalten. «Das werden wir merken», sagte Matthias Stutz.
Trotz erwarteten roten Zahlen in den nächsten vier Jahren rechnet die Gemeinde mit einem gleichbleibenden Steuerfuss von 41 Prozent (107 inklusive Primar- und Sekundarschule). Das Budget 2026 wurde einstimmig angenommen. Eine Frage gab es zur Erhöhung des Stellenetats um 50 Prozent beim Werk. Ein Gewerbler appellierte an die Behörde, die gelebte Praxis beizubehalten, Arbeiten im Dorf an Betriebe oder Landwirte zu vergeben, anstatt alles selber erledigen zu wollen. Werkvorsteher Hans Weidmann verteidigte die Anpassung mit der gesetzlichen Verantwortung.
Angenommen wurde ferner die neue Besoldungsverordnung und dass diese per 1. Januar 2026 in Kraft tritt. Von einer höheren Entschädigung profitieren somit auch aktuelle Mitglieder von Gemeinderat und RPK, die auf eine Wiederwahl verzichten und per 30. Juni ausscheiden.
Um Geld ging es auch bei der Primarschule, die mit 180'000 Franken mehr Steuern und Finanzausgleich rechnet als im laufenden Jahr, aber auch mit 185'000 Franken mehr Sonderschulungskosten. Dieser Bereich wird also gut 800'000 Franken ausmachen und 2026 auf die einzelnen Stufen aufgeteilt.
Retour gehen in Marthalen die Anmeldungen für den Hort und – nach einer letzten Zunahme 2026 – die Schülerzahlen. Wechselt jeweils ein grosser Jahrgang in die Sek, kommen nur noch zwemal 18, einmal 16 und im Jahr 2030 noch 12 Kinder im Kindergarten nach. Aktuell würden 168 Kinder die Primarschule besuchen, sagte Präsident Thomas Hausheer.
Mit seiner Äusserung, ob die am Wochenende in Andelfingen gesichteten 75 Störche ein gutes Omen für Wachstum seien, sorgte Thomas Hausheer für Erheiterung im Stubensaal.
Politische Gemeinde
| Aufwand | 11'490'000 |
| Ertrag | 11'226'000 |
| Ergebnis | -264'000 |
| Steuerfuss | 41 (Vorjahr 41) % |
Primarschulgemeinde
| Aufwand | 4'680'000 |
| Ertrag | 4'620'000 |
| Ergebnis | -60'000 |
| Steuerfuss | 48 (Vorjahr 48) % |
Bahnhof wird unter Schutz gestellt