«Ich warte noch darauf, dass jemand im Maislabyrinth heiraten möchte», sagt Claudia Frauenfelder und lacht. «Oder wir helfen dabei, die Verlobung vorzubereiten.» Sie seien auf jeden Fall offen, im Maislabyrinth Anlässe zu organisieren. Claudia und Michael Frauenfelder führen den Wylandhof in Henggart – und organisieren gerne Events für die Menschen im Weinland. Neben der klassischen 1.-Mai-Degustation gab es letzten Winter beispielsweise zum ersten Mal einen Adventsmarkt.
Das Maislabyrinth am Dorfrand von Henggart ist auf einer Fläche von drei Hektaren entstanden. Pünktlich auf die Sommerferien wird es am 11. Juli eröffnen. Fünf Fragen bilden einen Postenlauf im Irrgarten, bei dem alle Winkel erkundet werden. Sie drehen sich rund um Schmetterlinge. Mit riesigen Flügeln, die Claudia Frauenfelder aus Holz gefertigt hat, kann man sich direkt selbst in einen Schmetterling verwandeln – wenn auch nur für ein Foto. Sie rechnet damit, dass Besuchende rund eineinhalb Stunden im Mais unterwegs sind. Auf dem Hofareal, das in unmittelbarer Nähe liegt, wird es Picknickplätze und eine Toilette geben.
Automatisiertes Säen
Die Idee zum Maislabyrinth kam mit dem neuen Traktor. «Das Säen war schliesslich das Einfachste am Ganzen», sagt Michael Frauenfelder lachend. Eine der Herausforderungen sei gewesen, die Karten mit dem Labyrinth im Schmetterlingsdesign am Computer zu zeichnen und sie dann an den Traktor zu übermitteln. Das grosse Feld bestehe eigentlich aus unzähligen kleinen Feldern, die immer dort enden, wo ein Weg ist. So konnte die Maschine selbständig säen – und das sogar, ohne dass eine Nachbearbeitung nötig gewesen wäre. «Wir sind erstaunt, wie gut das geklappt hat», erzählt Claudia Frauenfelder. Es gehe ihnen jeweils auch darum, den Besuchenden einen Einblick in die moderne Landwirtschaft zu geben.
Für die Kinder lockt denn auch das gleiche Modell als Trampitraktor als Preis beim Wettbewerb. Der Einlass wird über ein Ticketportal gesteuert. Mit festen Zeitfenstern wird sichergestellt, dass sich die Besuchenden gut verteilen und genug Zeit bleibt, um den Weg durch den Irrgarten zu finden. Das Labyrinth soll bis Mitte September jeden Tag geöffnet sein. Je nachdem, wie lange Michael Frauenfelder den Körnermais stehen lassen kann. Der Futtermais sei grundsätzlich eine wärmeliebende Pflanze. Trotzdem kehre er bereits jetzt die Blätter nach innen, weil es zu trocken und zu heiss sei.
Projekte als Hobby
Sie hätten viele Ideen und würden den Aufwand zur Umsetzung der Projekte anfangs gerne etwas unterschätzen. Dabei sei es eine Herausforderung, die Organisation und Vermarktung neben dem normalen Betrieb, den Kindern und der Arbeit zu erledigen. «Dann merken wir wieder, wie viel Zusatzarbeit wir uns aufgehalst haben. Aber wenn wir etwas anpacken, dann machen wir es richtig. Jetzt haben wir natürlich grosse Freude am Labyrinth und sind stolz darauf», sagt Claudia Frauenfelder. Projekte anzureissen, sei wie ein gemeinsames Hobby, das ihnen viel Freude bereite. Nach der Idee hänge ein Grossteil der Umsetzung an seiner Frau, gibt Michael Frauenfelder zu. Sie erfinde eine Geschichte dazu und schaffe es, einen Event daraus zu machen.
Den grossen Aufwand und den Ertragsverlust durch den fehlenden Mais nehmen die beiden gerne in Kauf. «Es ist motivierend zu sehen, dass die Leute genauso Freude haben und schon einige Tickets verkauft worden sind», sagt Michael Frauenfelder. Und sie wĂĽrden merken, dass ihr Engagement im Dorf geschätzt werde. Das MaisÂlabyrinth sei zudem auch beim Gewerbe sehr gut angekommen. Es hätten in kurzer Zeit zahlreiche lokale Geschäfte ihre UnterstĂĽtzung angeboten. Am Eingang und Ausgang des Rundgangs durch den Irrgarten werde etwa Roth GerĂĽstbau einen Aussichtsturm bauen.
Claudia Frauenfelder empfiehlt, aus dem Besuch im Irrgarten einen Halbtagesausflug zu machen – perfekt für die anstehenden Sommerferien.
Das Maislabyrinth ist der erste Teil unserer diesjährigen Sommerserie, in der wir Ihnen Ausflugsziele in der Region vorstellen. Während der Sommerferien werden Sie wöchentlich einen Input vom Team der «Andelfinger Zeitung» lesen. NatĂĽrlich werden die Redaktorinnen und Redaktoren zuerst alles ausgiebig testen – ausÂser das Maislabyrinth. Bei der Besichtigung waren die Pflanzen erst hĂĽfthoch.
In den SommerÂÂferien zieht es viele in die Ferne. Doch auch die Region bietet diverse interessante Aktivitäten. Der Besuch einer Badi geht
natĂĽrlich immer. Im Rahmen unserer Sommerserie stellen wir einige Alternativen vor. (az)
«Das Säen war das Einfachste»