Werkleiter in Buch am Irchel Tim Fehr.
Werkleiter Tim Fehr (Bild) schlug als Erster im Bezirk Alarm. Als der Abfluss aus dem Reservoir grösser wurde als der Zufluss aus den Quellen des Irchels, mahnte die Gemeinde nicht nur zur Einschränkung des Wasserverbrauchs. Sie sprach ab dem 14. Juli gar «ein striktes Verbot für nicht zwingend notwendigen Wasserbezug» aus.
Der Aufruf zeigte Wirkung. «Die Schwankungen sind kleiner geworden», sagt Tim Fehr. Nach einem Monat, in dem weder Pools gefüllt noch Rasen gewässert oder Autos gewaschen werden durften, nehme die Akzeptanz der Massnahme jedoch ab. Oder die Nachlässigkeit nehme zu, sagt er. Gelegentlich erhalte die Gemeinde deshalb Hinweise aus der Bevölkerung und gehe ihnen auch nach. Bussen zu verteilen, sei aber nicht ihr Ziel.
Pegel in Reservoirs nahm ab
Tim Fehr stützt sich nicht auf Verbrauchsmessungen, sondern ausschliesslich auf den Wasserstand in den drei Reservoirs. Diese fassen 925 Kubikmeter, einen Drittel davon beträgt die Löschwasserreserve, die die Gemeinde gemäss Auflage der kantonalen Gebäudeversicherung (GVZ) garantieren muss. Grundwasserträger sind in Buch am Irchel ausschliesslich die Quellen des Irchels. Das Wasser fliesst also und wird nicht gepumpt.
Glichen sich die üblichen Schwankungen in der Nacht jeweils wieder aus, waren die Reservoirs ab Ende Juni am Morgen nur noch knapp voll. Die Pegel seien von Tag zu Tag gesunken, sagt Tim Fehr. Das sei auch logisch. Der Zulauf aus den Quellen betrage einen Drittel weniger als üblich, während der Wasserbedarf an heissen Tagen gleichzeitig noch steige. «Wir mussten die Bevölkerung sensibilisieren», sagt er. Dies sei gelungen.
300 statt 1000 Millimeter Regen
Für die kommende Woche sind Abkühlung und Niederschlag angesagt. Zeichnet sich nun eine Entspannung für die Wasserversorgung von Buch am Irchel ab? «Leider nein», sagt Tim Fehr. Die Neubildung von Grundwasser brauche Zeit. Und gegenüber einem durchschnittlichen Niederschlagsjahr mit 1000 Millimetern fehlen laut seiner Regenmessung aktuell 700 Millimeter. «Das holen wir nicht mehr auf», meint er.
Deshalb werde die Gemeinde keine Entschärfung verkünden, sondern das Verbot in Erinnerung rufen. Denn wenn Buch am Irchel zu wenig Trinkwasser habe, bekämen dies auch die Nachbargemeinden zu spüren. Auf das zweite Standbein in der Wasserversorgung – in Buch am Irchel ist das Neftenbach – abzustellen, ist auch keine Option. Neftenbach bezieht laut dem «Landboten» bereits Wasser von Winterthur und hat vor einer Woche einen Aufruf zum Wassersparen in die Haushalte verteilen lassen.
Die Disziplin lässt nach