Weinland

Ein begehrter Zimmermann

Phil Fehse nimmt an der Europameisterschaft der Zimmerleute in Luxemburg teil. Holz ist für ihn der schönste Werkstoff und der Grund, weshalb er schon immer Zimmermann werden wollte.

von Cindy Ziegler
16. Oktober 2018

Wie sein Lieblingsholz Nussbaum ist auch der Niederneunforner Phil Fehse auf dem Markt begehrt. Der 20-Jährige kann trotz seiner erst kurzen Berufskarriere als Zimmermann bereits auf einige Erfolge zurückblicken: Zweitbester Lehrabschluss im Kanton Zürich 2016, dritter Platz bei den Schweizer-Meisterschaften letztes Jahr, nun folgt die Teilnahme an den Europameisterschaften in Luxemburg.

In drei Vorausscheidungen hat sich Phil Fehse in der Gruppe der fünf besten jungen Schweizer Zimmerleute durchgesetzt und einen Platz im Nationalkader ergattert. Mit seinem Team (zwei Mitstreitern und einem Trainer) reist er heute Dienstag nach Luxemburg. Am Mittwoch wird der ehemalige Lehrling und nun Angestellter bei der ebenfalls jüngst prämierten Robert Schaub AG seinen Arbeitsplatz einrichten. Am Donnerstag geht es dann mit dem Wettkampf los. Die Schweizer messen sich im Rahmen der EM mit Zimmermännern aus Luxemburg, Deutschland, Frankreich, Österreich, Dänemark, Italien, Ungarn, Grossbritannien und Russland.

Innerhalb von 22 Stunden (von Donnerstag bis Samstag) muss der Niederneunforner ein vorgegebenes Dachstuhlmodell bauen. Vorher hat er eine Stunde Zeit, um den Plan zu studieren, sich eine Reihenfolge zurechtzulegen und das Zeitmanagement zu machen. «Das ist etwas vom Wichtigsten und Schwierigsten», sagt Phil Fehse. Er hat es deshalb auch am meisten geübt. Ansonsten gab es im Nationalteam vier Trainings, in denen Knacknüsse theoretisch angeschaut wurden. Das Praktische hat der 20-Jährige selber geübt und sich mit Konstruktionen der letzten EM vorbereitet – anfangs noch in der Firma, später in der heimischen Werkstatt.

Phil Fehse wollte wie sein Grossvater schon immer Zimmermann werden. Er beschreibt den Beruf als so abwechslungsreich, wie der Werkstoff Holz vielfältig ist. «Holz hat mich schon immer fasziniert», sagt er und ergänzt: «Mit Beton müsste ich jetzt nicht arbeiten.» Der junge Berufsmann übernimmt gerne Verantwortung. Er hat deshalb nach der Lehre und der Berufsmatur die Vorarbeiterschule angehängt. «Jetzt kann ich ein Projekt von der Planung bis zur Fertigstellung begleiten», sagt Phil Fehse.

Begleitet und unterstützt wird er bei den Meisterschaften von seiner Firma und den Vorgesetzten. Die Tage, die er wegen seinem Engagement für das Nationalteam nicht arbeiten kann, werden zwar von diesem vergütet, es müsse aber dennoch jemand da sein, der das auch fördern will, sagt Phil Fehse dankbar.

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