Weinland

Ein Ort für alle Generationen

Die neue Freizeitanlage nimmt Form an. Am Mittwoch informierten die Projektverantwortlichen und waren offen für Ideen und Bedenken aus der Bevölkerung.

von Jasmine Beetschen
10. September 2021

Endlich geht es vorwärts. Bereits 2019 kam bei der Dachsemer Bevölkerung der Wunsch nach einem generationenübergreifenden Treffpunkt auf. Seither wurden Ideen gesammelt, Offerten bei Planungsfirmen und Wünsche bei Anwohnenden eingeholt. Daraus entstand nach und nach ein konkretes Projekt: die neue Freizeitanlage in Dachsen. Am Mittwochabend luden Gemeinderat, Primarschule sowie die beteiligten Unternehmen zur Informationsveranstaltung ein und hofften auf Feedback aus der Bevölkerung.

«Ob vom Grossvater mit der Enkelin, der Mutter mit dem Kleinkind oder einem Teenager mit seinen Freunden: Die Freizeitanlage soll von allen Generationen genutzt werden können», betonte Gemeinderat Beat Weingartner gleich zu Beginn. Mit der Planung beauftragten sie die WBI Wüst Bauingenieure AG sowie die Grünwerk AG. Aus verschiedenen Offerten seien die besten Ideen zusammengefügt worden, so Beat Weingartner zu den rund 30 Anwesenden.

Die Anlage rund ums Schulhaus­areal soll in drei Hauptbereiche unterteilt und mit bereits bestehenden Elementen kombiniert werden. «Der grösste Bereich A wird im Grunde ein ‹Dorfplatz›, auf dem sich Jung und Alt begegnen, sich austauschen und verweilen können», erklärte Martin Wüst von der WBI.

Geplant ist im mittleren Teil eine Ruhewiese mit Pavillon, die eventuell auch für Veranstaltungen genutzt werden kann, diversen Sitzmöglichkeiten sowie einem Wasserspiel neben dem Schulgebäude. Bei der Arena entsteht eine Spiellandschaft. «Es soll nicht nur ein Spielplatz mit ein paar Geräten sein, sondern eine richtige Landschaft zum Erleben», so Martin Wüst.

Anlage nicht nur für Schulkinder
Der Bereich B ist dem Kindergarten zugeordnet und soll entsprechend verspielt sein: Ein Veloweg durch die Anlage, eine kleine Brücke, Hügel, verschiedene Spielstrukturen mit Kiesbelag sowie viel Begrünung.

Die Benutzung sei nicht nur den Schulkindern vorbehalten, wie Peter Mägerle von der Schulpflege erklärte. Auch Familien seien hier willkommen. Auf einen Pumptrack werde aus Kosten- und Platzgründen verzichtet, wie Beat Weingartner auf Nachfrage einer Bewohnerin erklärte.

Neben dem Volleyballfeld entsteht der Bereich für die Jugendlichen. «Dort sollen sie sich treffen können, miteinander abhängen und sich an den Fitnessgeräten versuchen», so Martin Wüst. Geplant ist eine Überdachung, ebenso soll in den anderen Bereichen durch Bäume möglichst viel Schatten gespendet werden.

Alle Bereiche werden begrünt und mit Naturhecken abgeschirmt, um eine möglichst natürliche Anlage zu schaffen, ergänzte Stefan Nänni von der Grünwerk AG. Ein rollstuhlgängiges Wegnetz verbindet die verschiedenen Areale miteinander.

Austausch ist wichtig
Nach der Projektvorstellung fand ein reger Austausch unter den Anwesenden statt. Ein wichtiger Punkt für Anwohnende scheint die allfällige Lärmbelästigung zu sein sowie eine zu gros­se Attraktivität für Jugendliche in den Abendstunden. Doch auch der Schule und dem Gemeinderat liegt eine für alle zufriedenstellende Lösung am Herzen, wie Beat Weingartner sagte. «Es sollen sich alle wohlfühlen und auf dem Areal frei bewegen können, doch möchten wir keinen Anreiz für spätabendliche Versammlungen schaffen.»

Gemeindeversammlung entscheidet
Daher werde auch die Beleuchtung mit derjenigen des Schulareals verknüpft und um 23 Uhr abgestellt. Zudem werde es eine Tafel mit Regeln zur Benutzung der Anlage geben, die im Sinne einer friedlichen Nutzung eingehalten werden sollen. Die Anwesenden und Projektverantwortlichen schienen sich einig zu sein, und so blickten alle Parteien nach rund zwei Stunden auf einen erfolgreichen Austausch zurück.

Die Kosten für die gesamte Anlage belaufen sich schätzungsweise auf 600 000 bis 900 000 Franken. Im September wird das Projekt nach Einbezug der Anregungen aus der Bevölkerung finalisiert, und am 7. Dezember wird die Gemeindeversammlung über den Gesamtkredit abstimmen. Wenn das Projekt genehmigt wird, sollen die Arbeiten bereits 2022 umgesetzt werden, sodass die Anlage spätestens 2023 genutzt werden kann.

Die Badi Bachdelle wird vielleicht bald videoüberwacht.
Die Badi Bachdelle wird vielleicht bald videoüberwacht. / Jasmine Beetschen

Videoüberwachung in der Bachdelle
Dachsen Immer wieder kam es im vergangenen Jahr in der Badi Bachdelle zu Unruhen. Nun will der Gemeinderat eingreifen. «Nach den mutwilligen Beschädigungen an den Infrastrukturen in diesem Frühjahr haben wir uns dazu entschlossen, die Installation einer Videoüberwachungskamera zu prüfen», erklärte Beat Weingartner, Gemeinderat und zuständig für die Badi Bachdelle, an der Informationsveranstaltung (siehe Haupttext). «Es geht einfach nicht mehr weiter so.» Und auch für den Entsorgungsplatz sucht man nach einer Lösung, wobei dort ebenfalls eine Videoüberwachung zur Diskussion steht. Das Tor sei nun schon mehrmals beschädigt worden, ohne dass sich ein Schuldiger oder eine Schuldige gemeldet habe, da bleibe nur die Möglichkeit einer Überwachung. Es sei schade, dass anscheinend nur noch der Weg über Bussen und Kontrolle funktioniere, meinte Beat Weingartner. Wo genau ein möglicher Standort für die Kamera in der Badi sein wird, sei aber noch offen. Auch werde zurzeit geprüft, ob die Installation zeitgleich mit den Umbauarbeiten realisiert werden soll, die im Oktober starten. Das Bad schliesst am Wochenende vom 18. und 19. September. (jbe)

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