Weinland

Larvendichte zu tief: Kein BTI-Einsatz im Ellikerfeld

BTI heisst das Biozid (Bacillus thuringiensis var. Israelensis), mit dem der Kanton eine hohe Stechmückenbelastung bekämpft – entscheidend ist der Zusatz, der aktuell nicht erfüllt ist.

von Roland Spalinger
18. Juni 2024

2013 wurden das bisher einzige Mal im Ellikferfeld Stechmücken bekämpft. Nach einer Mückenplage im Vorjahr war im Juni 2013 der Altarm der Thur erneut vollgelaufen, worauf sich aufgrund des Dammverzichts 2012 Überschwemmungsmücken vermehrten. «Biozid – und Beruhigungspille» titelte die «Andelfinger Zeitung» (AZ vom 19. April 2013), nachdem sich der Kanton beim Bund eine Ausnahmebewilligung für das Mittel BTI eingeholt hatte. Keine zwei Monate später waren die Voraussetzungen für einen Einsatz erfüllt.

Nun hat der Kanton zwar die Ausnahmebewilligung für den Einsatz des Biozids im Naturschutzgebiet für die Bekämpfung von Stechmücken bis 2033 verlängert. Dieses zu verwenden, sei aber «als letzte Lösung» zu sehen, heisst es in der Verfügung der Baudirektion vom 27. Februar 2024. Und das Mittel sei «nur mit Zurückhaltung einzusetzen».

Vier Punkte mĂĽssten dafĂĽr erfĂĽllt sein: Wenn Rheinwasser infolge des Dammverzichts in den Altarm Ellikerfeld eindringt (und nicht als Folge des gestiegenen Grundwasserspiegels), dort liegen bleibt, sich darin Larven bilden und der Schwellenwert 100 Larven pro Liter erreicht.

Nach dem Hochwasser vom 1. Juni sind die ersten drei Punkte erreicht, der letzte hingegen nicht. «Die Larvenüberwachung hat ergeben, dass das Hochwasser keine Massenentwicklung von Überschwemmungsmücken ausgelöst hat», teilt die Zürcher Baudirektion auf Anfrage mit. «Die Larvendichte lag permanent deutlich unter dem Schwellenwert. Die Bedingungen für einen BTI-Einsatz zur Stechmückenbekämpfung sind damit nicht gegeben.»

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