Weinland

Leitgedanken zum Jahresende

Zum Jahresende hat Verlegerin Julia Akeret ihre Gedanken zum 2018 zu Papier gebracht.

von Julia Akeret
28. Dezember 2018

Die Presseförderung des Bundes passiert indirekt. Zeitungen wie unsere erhalten Ermässigung bei der Zustellung durch die Post. Vielleicht wird in Bundesbern aber bald über aktive Presseförderung debattiert. Denn die Auflagen von bezahlten Zeitungen gehen laufend zurück, und Inserate wandern vom Print in digitale Kanäle ab. Wie also traditionelle Medien unterstützen, die laut Studien massgeblich zur Meinungsbildung beitragen und in einer direkten Demokratie unerlässlich sind?

Diese Frage sollte auch Gemeinden interessieren. Doch statt lokale Blätter nicht nur mündlich zu stärken, graben sie ihnen eine finanziell, vor allem ideell wichtige Einnahmequelle ab. Der Kanton stellt nicht nur den Druck des Amtsblatts ein, er erlaubt Gemeinden auch, amtliche Anzeigen nur auf der eigenen Website zu verstecken. Bürger werden gezwungen, sich ihre Informationen selber zu holen – auf dem Internet oder am Anschlagkasten.

Eine Zeitung ist und bleibt aber ein Bringmedium. Leserinnen und Leser finden auch, was sie gar nicht suchen. In Lokalzeitungen auch im bezahlten Teil. Nicht selten sind es Informationen, zum Beispiel auch über Zweckverbände, die Gemeinden selber nicht unter die Bürger bringen. Diese Leistung sollte ihnen etwas wert sein – aber welchen Preis wollen sie dafür bezahlen?

Es gäbe eine einfache Methode: Mit amtlichen Anzeigen in Zeitungen würden sie indirekt Presseförderung betreiben, aber auch direkt zu deren Überleben beitragen und erst noch ihre Bürger aktiv informieren. Im Internet wären die Anzeigen automatisch auch – sie würden das eine tun, Zeitungen stärken, ohne das andere zu lassen.

War­um viele Gemeinden einen anderen Weg wählen und ihren Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern diesen Informationskanal vorenthalten, dürfen Sie, liebe Leserin, lieber Leser, an einer nächsten Gemeindeversammlung Ihrer Gemeinde gerne fragen.

Wir danken Ihnen von Herzen für das Vertrauen und die Wertschätzung in unsere Lokalzeitung. Dank Ihnen und vielen Inserentinnen und Inserenten haben wir ein Produkt im Weinland, das seit 161 Jahren einzigartig ist und bleibt!

Mit herzlichen Grüssen,

Julia Akeret, Verlegerin

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