Weinland

Lindenbuck soll im ZVV-Netz bleiben

Erfolg für Feuerthalen: Postauto muss die Anbindung der Haltestelle Lindenbuck nochmals anschauen. Ob Langwiesen aber tatsächlich mit dem ZVV-Netz verbunden bleibt, ist offen.

von Roland Spalinger
16. Mai 2023

Feuerthalen erhält einen Rundkurs. Die neue Postautolinie 632 wird täglich zwischen 5 und 24 Uhr im Halbstundentakt verkehren und am Bahnhof Schaffhausen Anschlüsse an die Fernzüge sicherstellen. Und sie ist die einzige Linie, die ab Dezember 2024 die Haltestelle Lindenbuck anfahren und Langwiesen erschliessen wird.

So zumindest sieht es Postauto. Denn die Kurse 630 und 634 von Schaffhausen zu den Bahnhöfen Mar­thalen und Dachsen (und zurück) sollen beschleunigt werden. Um Anschlüsse garantieren zu können, sollen sie künftig die Schlaufe zum Lindenbuck auslassen. Zwei Minuten pro Weg mache dies aus, begründete Claudia Müssiggang von Postauto am Donnerstag in Feuerthalen an der Regionalen Verkehrskonferenz (RVK) Weinland die aus ihrer Sicht nötige Streichung.

1000 Franken mehr fĂĽrs Abo
Leicht anders sieht es Feuerthalen. Sie seien mit Postauto schon länger am Diskutieren, wie die Dörfer bedient werden könnten, sagte Gemeindepräsident Jürg Grau. Und es habe auch Kompromisse gegeben. Der Kurs 632 sei schön und gut, auch wenn ursprünglich der Wunsch bestanden hätte, die Freizeitanlage ebenfalls miteinzubeziehen. Einverstanden seien sie auch mit der direkten Linienführung der Kurse 630.

In einem Punkt blieb er hart und stellte wie angekĂĽndigt (AZ vom 12.5.2023) den Antrag, die Linie 634 sei weiterhin ĂĽber den Lindenbuck zu fĂĽhren. Diese Haltestelle sei die einzige AnknĂĽpfung von Langwiesen ans ZVV-Netz, was fĂĽr die Einwohnenden finanziell nicht unwesentlich sei. Denn wer nach Winterthur wolle und dazu ĂĽber Schaffhausen fahren mĂĽsse, bezahle fĂĽr das Abo 1000 Franken mehr pro Jahr, rechnete er vor.

Nicht einig zeigte er sich mit der Begründung von Postauto. Technisch und zeitlich läge die Schlaufe drin, statt acht Minuten blieben am Bahnhof Dachsen immer noch sechs Minuten Aufenthaltszeit. Und als nicht nachvollziehbar taxierte er, dass ÖV-Nutzenden nicht klar sein solle, welcher Bus wohin fahre. Feuerthalen sei gemäss Richtplan Teil der städtischen Agglomeration, die Fahrgäste könnten sehr wohl mit unterschiedlichen Linienführungen umgehen.

Aus Feuerthalen seien 265 Fahrplanbegehren eingegangen, die Postauto ignorieren wolle, so Jürg Grau. Unterstützung erhält die Gemeinde nun aber von der Region. Eine Mehrheit der Weinländer Delegierten unterstützte den Antrag. Gewonnen ist damit aber noch nichts. Postauto muss die Empfehlung der RVK Weinland aber im Verkehrsrat, dem Verwaltungsrat des ZVV, vorbringen, der schliesslich entscheidet.

Dieses Begehren war das einzige von total 21 aus 10 Weinländer Gemeinden, das anders als die Empfehlung von Postauto gesehen wurde. «Wir haben ein gutes Angebot», meinte Claudia Müssiggang. Es gebe aber Teilräume, die überprüft werden müssten, weshalb Anliegen auch zurückgestellt würden. Zum Beispiel der Wunsch aus Neunforn, die Linien nach Andelfingen und Frauenfeld aufeinander abzustimmen.

Andere WĂĽnsche zurĂĽckgestellt
Auch wird für 2025/2026 laut Claudia Müssiggang geprüft, ob die Linie 620 Rheinau–Marthalen durchgehend im Halbstundentakt geführt werden kann. Der Bahnhof Marthalen sei aber kein einfacher Knotenpunkt, da die Züge nicht im reinen 30-Minuten-Takt ankämen. Besserung in dieser Hinsicht stelle sich womöglich erst 2035 ein.

Eine kurze Diskussion entbrannte über die Änderung der Linie 675, die in Rafz nicht mehr den letzten Zug abwartet, sondern im Takt bleibt und den letzten Kurs um 0.21 Uhr nach Flaach fährt. Andere Regionen hätten schon ab 20 Uhr keine Verbindungen mehr, wurde gesagt. Thomas Feer (Stammheim) als Vertreter der IG S29 meinte, eine Nachfrage könne auch generiert werden. Vertreter von SBB und Postauto entgegneten, wenn die Nutzung des Tagesangebots bereits tief sei, werde sie am Abend nicht höher sein.

ThurbrĂĽcke gesperrt, zu viele Zonen

Im Informationsteil ging es über hindernisfreie Haltestellen, die trotz Übergangsfrist von 20 Jahren auch in einem halben Jahr noch nicht realisiert sein werden. In einem Pilotprojekt von längstens vier Jahren wird es Ersatzfahrdienste geben. Wegen Bauarbeiten werden Ende September zwischen Dachsen und Neuhausen Ersatzbusse verkehren, ebenso im Sommer 2024, wenn die Thurbrücke Andelfingen saniert wird. Die Rheinbrücke bei Feuerthalen ist dann im Sommer 2026 dran.

«Fürs Protokoll» festgehalten haben wollte der Andelfinger Delegierte, dass die vielen Zonen im Weinland «grauenhaft» seien. (spa)

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