Rüben reisen wieder per Bahn

Region - Die Schweizer Zucker AG rechnet mit einer Rübenkampagne bis Mitte Februar. Für den Abschluss richtet sie wieder Transporte ab fünf Bahnhöfen ein, aus dem Weinland konzentriert in Marthalen.

Roland Spalinger (spa) Publiziert: 06. Januar 2026
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Seit dem Ausfall des Kalkofens in Frauenfeld verarbeitet die Schweizer Zucker AG die Ernte 2025 hauptsächlich im bernischen Aarberg. Dorthin werden die noch rund 250'000 Tonnen aus der Ostschweiz geliefert.

Umschlagplatz für die Ware aus dem Umkreis Andelfingen, Flaachtal und Unterthurgau ist laut Lukas Aebi, Leiter Rübenmanagement der Schweizer Zucker AG, Mar­tha­len. Bis 2015 wurde dort direkt in die Waggons gekippt. Nun kommt eine sogenannte Rüben-Ratte mit Förderband zum Einsatz. Täglich können aus logistischen Gründen höchstens 24 Waggons gefüllt werden.

Einbahn und Tempo 30

Für Traktoren mit Anhänger gilt aufgrund der engen Platzverhältnisse beim alten Bahnhof Einbahnverkehr, gefahren wird in Richtung Benken. Der restliche Verkehr verläuft beidseitig, beschränkt auf Tempo 30. Wenn auf dem Rübengleis rangiert und die Barriere beim «Pub» geschlossen ist, wird die Strasse zwischenzeitlich zur Sackgasse.

Weitere Bahnstationen für den Verlad der restlichen Ostschweizer Rüben sind Felben-Wellhausen, Rekingen (ab Februar Zweidlen, weil das Gleis anderweitig genutzt wird) und Frauenfeld selber. «Bei uns auf dem Areal werden auch Rüben verladen», sagt Lukas Aebi.

Fabian Brühwiler, Geschäftsführer des Maschinenrings Ostschweiz, koordiniert neben der Anlieferung auf der Strasse auch das nun nötige neue Konzept auf der Schiene und machte sich am Montag ein Bild der Situation. Was er sah, gefiel ihm. 

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Fabian Brühwiler, Geschäftsführer Maschinenring Ostschweiz, koordiniert die Anlieferung und machte sich am Montag ein Bild. | Roland Spalinger

Qualität leidet nicht

Noch sind da und dort an Feldrändern die typischen Haufen zu sehen, zum Teil zugedeckt. «Bei Kühlschrank-Temperaturen, wie wir sie im Moment haben, und bei qualitativ guten Rüben ist die Lagerfähigkeit gegeben», sagt Lukas Aebi. Eine Herausforderung seien stark schwankende Temperaturen vom Minusbereich ins Plus. Wie viele Rüben noch im Boden seien, sei schwer abzuschätzen. Er vermutet weniger als zehn Prozent.

Die Rübenkampagne dauere bis Mitte Februar; die Verkehrsanordnung beim Rübengleis in Mar­tha­len ist bis Ende Februar befristet. Für die Zuckerfabrik hängt die Dauer auch davon ab, wie gut die Ersatzlösung in Frauenfeld funktioniert. Die Verarbeitung mit reduziertem Betrieb dank gebranntem Kalk aus Belgien hat laut Lukas Aebi am 3. Januar begonnen.