Weinland

Umzug ja, aber (vorerst) keine Strassenfasnacht mehr

Mit bloss zwei Guggen lässt sich noch kein Abend bestreiten. Die Organisatoren verzichten deshalb auf die Strassen- und Kinderfasnacht und kon­zen­trie­ren sich auf den Umzug. Dieser wird wieder grösser.

von Roland Spalinger
31. Januar 2020

Es ist ein Auf und Ab rund um die Andelfinger Fasnacht. 2015 feierte die Wylandgugge Andölfia ihr 40-jähriges Bestehen und führte zum vermeintlich letzten Mal den eigenen Umzug mit 51 Gruppen an. Als das Abschiedskonzert mit dem zum letzten Mal intonierten «Dirty Old Town» verklungen war, hauchten ein paar Guggenmusiker der 1975 gegründeten Formation wieder Leben ein.

Dem Umzug zum 40-Jahr-Jubiläum der Andelfinger Fasnacht im Jahr 2018 ging eine wiedererstarkte Andölfia voran von Kleinandelfingen zum Marktplatz. Dafür begann plötzlich der Umzug zu schwächeln. Er umfasste da noch 38 Gruppen. 2019 waren es dann noch 27, gut die Hälfte der früheren Jahre. «Es hat einen Einbruch gegeben», stellt OK-Präsidentin Petra Winkler fest.

Wieder mit Monsterkonzert
Für dieses Jahr meldet sie wieder eine leichte Zunahme. 30 Gruppen (Guggen, Sujetwagen und Einzelmasken) haben sich für den 8. März angemeldet. Los gehts um 13.13 Uhr. Der Höhepunkt dürfte das Monsterkonzert auf der Kirchentreppe sein, wenn die Weinländer Guggen Andölfia, Chrottepösche, Spectaculus und Trubestampfer gemeinsam musizieren.

Zu hören sind sie in Andelfingen dieses Jahr nur am Sonntag, einzeln nach dem Umzug auch auf den zwei Bühnen am Marktplatz. Für Auftritte am Samstag hatten sie sich nicht angemeldet – wie andere auch nicht. Bloss von zwei Guggen hatte Petra Winkler Zusagen, in den Bezirkshauptort zu kommen – 2015 waren es noch 22 gewesen. Sie hat die beiden Formationen dann wieder ausgeladen. Nach dem Aschermittwoch sei für viele «die Fasnacht gelaufen», erklärt sie die Schwierigkeit.

Auch keine Kinderfasnacht
Aufgrund der schwindenden Teilnehmerzahlen für die Strassenfasnacht am Samstag haben sich die beiden Vereine Andelfinger Fasnacht und Andölfia entschlossen, diese abzusagen. Betroffen ist auch die Kinderfasnacht, die jeweils davor stattfand. «Wir bedauern das sehr», sagt Petra Winkler. Sie verschweigt aber nicht, dass auch der Umzug zur Diskussion gestanden hat. Schliesslich hätten sich OK und Andölfia aber auf eine gemeinsame Organisation verständigt.

Das Schlimmste konnte also abgewendet werden. Und überhaupt verstreut Petra Winkler, die seit 22 Jahren die Andelfinger Fasnacht mitorganisiert, schon wieder etwas mehr Zuversicht. Sie seien bereits dabei, ein neues Konzept zu entwickeln, um der Andelfinger Fasnacht «zu ihrem alten Glanz» zu verhelfen. Viel weniger zu tun gibt die auf den Sonntag kon­zen­trier­te Fasnacht nicht. Absperrungen und Essensstände werden trotzdem aufgestellt. Einzig das Geld für ein grosses Zelt und den nicht benötigten Sicherheitsdienst sparen sie.

Beizenfasnacht im «Ochsen» Mar­tha­len
Auftakt der Fasnacht in der Region ist der Kinderumzug am 9. Februar in Oberneunforn. Am 15. Februar gehts in Henggart weiter mit dem Motto «Zauberwald». Der Kinderumzug, der von der Gugge Spectaculus begleitet wird, startet um 14 Uhr auf dem Parkplatz neben dem alten Schulhaus. In der Wylandhalle tritt dann Clown Nuni auf. In Rhein­au gibts am 23. Februar einen Umzug (Start um 13.33 Uhr ab Klosterplatz). Am Abend wird auf dem Feuer der Haldebuebe auf der Gotthardwiese der Böögg verbrannt (18.30 Uhr).

Das Mar­tha­ler Fasnachtswochenende beginnt am Freitag, 28. Februar, mit dem Nachthämperball im «Ochsen» (Dekorationseröffnung am 21.2.), weiter geht es mit dem Maskenball der Gugge Chrottepösche (Samstagabend, Landi-Halle), einem Umzug durchs Dorf bis zur Landi-Halle mit Kinderfasnacht (Sonntag, 13.13 Uhr) und dem anschliessenden Feuer der Pappenmannli (Sonntagabend, 20 Uhr) mit Böögg. Für den Schluss ist wieder der «Ochsen» zuständig mit der «Uslumpete» am 2. März.
In Ossingen startet der Kinderumzug am 29. Februar um 13.13 Uhr beim Volg. Auf dem Gemeindeplatz gibts danach für die jungen Bööggen Gerstensuppe und Wienerli. In Stammheim zünden am 1. März die Fasni-Buben ihre Feuer an – auch nach der Fusion in allen drei Talgemeinden. Am Fasnachtsmontag, 2. März, finden in Flaach und Benken (laut Frauenverein im kleinen Rahmen mit Wienerliabgabe in der Schule) Kinder­umzüge statt. (spa)

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