Weinland

Viele Helfer sammeln viel Abfall

Am Samstag fand die Thurputzete des Fischervereins statt. Rund 100 Freiwillige unterstützten die Fischer und befreiten das Thurufer von 900 Kilogramm Unrat. Fund des Tages war eine rätselhafte Flaschenpost.

von Bettina Schmid
09. April 2019

Kurz nach 9 Uhr am Samstagmorgen herrscht vor dem Awel-Werkgebäude in Andelfingen reges Treiben. Viele Helfer haben sich eingefunden, um dem Fischerverein beim Einsammeln des Unrats am zehn Kilometer langen Thurufer von Gütighausen bis Alten zu helfen. Auffällig viele Kinder rennen herum und rüsten sich mit Abfallsäcken und Handschuhen aus. Ein Vater erklärt: «Für meine Kinder ist es ein Abenteuer, hier mitzuhelfen. Zudem möchte ich als gutes Beispiel vorangehen und den Kindern aufzeigen, was es heisst, der Umwelt Sorge zu tragen.»

Die Helferinnen und Helfer werden in acht Gruppen aufgeteilt und verteilen sich auf die drei Thurufer-Abschnitte links und rechts des Flusses, die es zu säubern gilt. Zum ersten Mal hat der organisierende Fischerverein Andelfingen reine Kindergruppen eingeführt. «Für die Kleinen waren die bis zu drei Stunden dauernden Touren zu lang», erklärt Andreas Aebi, Jungfischer-Obmann. Der Zivilschutz fährt die Abfallsammler zum Startpunkt zurück, sobald sie müde sind.

Flaschenpost im Mühlebach
Motiviert und fröhlich springen die Kinder davon. Schon bald verlassen sie die Uferböschung und klettern nach unten auf die Kiesbank, um dort weiterzusuchen. «Mami, schau, ich habe etwas gefunden», ruft die dreijährige Sofia begeistert und bückt sich, um einen Plastiksack aufzuheben. Der achtjährige Tobias erzählt strahlend, dass er vorher einen Rasierapparat gefunden habe. Nebst dem Abfall finden die Kinder auch allerlei kleine Schätze wie zum Beispiel eine grosse Muschel, die im seichten Wasser liegt.

Die anderen sieben Suchtrupps sind ebenfalls fleissig und finden nebst den üblichen Rohren, Plastikstückchen und Blechdosen auch ein Fahrrad und eine Autokupplung. Highlight des Tages ist aber eine Flaschenpost aus dem Mühlebach mit der rätselhaften Botschaft: «Liebe Vergangenheit, vor 1000 Jahren hatte es mal einen verborgenen Schatz auf einem sehr uralten Bauernhof in Andelfingen.»

Gleich viel Müll, weniger Gewicht
Nach rund drei Stunden treffen die Suchtrupps tröpfchenweise wieder am Startplatz ein, wo Wurst, Hamburger und Getränke auf die Teilnehmer warten. Der Imbiss wird von den Gemeinden Andelfingen, Kleinandelfingen und Adlikon gesponsert, die Gemeinde Ossingen stellt einen Lieferwagen für die Arbeit zur Verfügung. Die gefüllten Abfallsäcke werden in einem Container abgeladen und später vom Amt für Abfall, Wasser, Ener­gie­ und Luft (Awel) fachgerecht entsorgt.

Die unzähligen vollen Abfallsäcke mit einem Gesamtgewicht von 900 Kilogramm zeigen, dass Littering nach wie vor ein grosses Problem ist. Müll wird achtlos liegengelassen. «Insbesondere nach warmen Wochenenden sehen die Kiesbänke schlimm aus», erzählt Andreas Aebi. Zwar wurden weniger Kilogramm Abfall aus der Thur gefischt als letztes Jahr, das Volumen hat aber nicht abgenommen. «Dass die Waage weniger Gewicht anzeigt, liegt lediglich daran, dass dieses Jahr keine schweren Dinge wie Bettmatratzen oder Teppiche geborgen wurden. An der Gesamtsi­tua­tion hat sich leider nichts verbessert», sagt Andreas Aebi. Umso dankbarer ist der Fischerverein Andelfingen für die grossartige Unterstützung der Bevölkerung, die jedes Jahr hilft, das Thurufer ein wenig sauberer zu machen.

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