Weinland

Andelfinger Antenne wird Fall für das Bundesgericht

Nach dem Baurekursgericht und dem Verwaltungsgericht wird sich auch das Bundesgericht mit der 5G-Antenne im Niederfeld befassen müssen.

von Roland Spalinger
20. Dezember 2022

«Wir vom Moratorium 5G werden den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich an das Bundesgericht weiterziehen», teilt Willy Kaiser auf Anfrage mit. «Wir befürchten, dass Sunrise die Antenne ohne neues Baugesuch erstellen und diese anschliessend doch stärker strahlen wird.» Diese Auflage hatte die erste richterliche Instanz, das Baurekursgericht, nach der Einsprache gegen die Baubewilligung der Gemeinde gemacht. Gegen diesen Punkt hatte sich auch Sunrise gewehrt, unterlag aber vor dem Verwaltungsgericht. Die zweite Instanz hielt fest: «Bei Erhöhung der (tatsächlichen) maximalen Sendeleistung ist der Baubehörde ein neues Baugesuch einzureichen.»

Aber auch die Beschwerde der Nachbarschaft wies das Gericht ab (AZ vom 6.12.2022). Die Gruppe Moratorium 5G, hinter der sich 65 Personen aus Andelfingen und Kleinandelfingen vereinen, hatte sich auf die Strahlung bezogen, aber auch auf die für sie unmögliche räumliche Einordnung der 55 Meter hohen Antenne.

«Aus der Luft gegriffen»
Die Anlage liege in einer Gewerbezone und werde teilweise von den sie umgebenden Gewerbebauten verdeckt, hielt das Verwaltungsgericht fest: «Sie überragt diese dennoch deutlich und ist auch von weit her sichtbar», heisst es im Urteil weiter. Aber auch, dass sie weit von Wohn- und Kernzone weg sei. «Die Vorinstanz, die einen Augenschein vorgenommen hatte, durfte somit ohne Rechtsverletzung zum Schluss gelangen, dass dem strittigen Projekt die geforderte befriedigende Einordnung und Gestaltung nicht abgesprochen werden könne.»

Die Bemerkung, dass sich die in der Flussebene der Thur gelegene Anlage visuell kaum von den Geländeerhebungen im Hintergrund abhebe und den Horizont nur unerheblich überrage, «scheint uns völlig aus der Luft gegriffen», sagt Willy Kaiser.

Nun wird sich also das Bundesgericht mit der Antenne befassen, die die drei grossen Anbieter von Mobilfunk gemeinsam nutzen wollen. Nach dem ersten Baugesuch taten sie sich auf Wunsch der Behörde zusammen.

War dieser Artikel lesenswert?

Zur Startseite