Weinland

Freiwillige bereichern den Alltag im Heim

In allen Alterswohnheimen im Weinland engagieren sich Männer und Frauen unentgeltlich und bereichern damit den Alltag. Doch es ist nicht immer einfach, Menschen für den freiwilligen Einsatz zu gewinnen.

von Christina Schaffner
18. August 2023

Margrit Lüthi strahlt, wenn sie von ihrem freiwilligen Einsatz im Alterswohnheim Flaachtal in Flaach erzählt: «Es ist eine grosse Bereicherung für mich. Am Abend gehe ich zufrieden nach Hause.» Jeweils am Montagnachmittag ist sie im «Café Tuech», bereitet Getränke zu, serviert sie Heimbewohnenden wie Besuchenden und hält mit allen jeweils einen kurzen Schwatz. Ihre fröhliche Art wirkt sich positiv aufs Klima aus. «Man merkt sofort, wenn sie da ist», sagt ein Mann, der seine Frau im Heim regelmässig besucht. «Die Atmosphäre ist ganz anders.»

Etwas, das der Verbandsvorstand zusammen mit der Heimleitung ausbauen will. In allen am Zweckverband beteiligten Gemeinden (Berg und Buch am Irchel, Dorf, Flaach, Henggart und Volken) sucht er aktuell mit einem Aufruf nach weiteren freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Denn derzeit ist Margrit Lüthi die Einzige, die sich in Flaach engagiert. An den anderen Wochentagen springen jetzt Pflegekräfte und Hauswirtschaftsmitarbeitende ein, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Vor der Corona-Pandemie war das anders, da war an jedem Tag jemand anderes als freiwillige Mitarbeiterin im Café aktiv. Beim Neustart Ende 2022 kam nur Margrit Lüthi zurück, die seit ihrer Pensionierung Ende 2015 mitwirkt.

Treffpunkt fĂĽr alle
«Unser Ziel ist es, das Café wieder zu einem Treffpunkt zu machen», sagt Marcel Staub, Interims-Präsident des Verbandsvorstands. Es solle nach Möglichkeit von Leuten geführt werden, die in den Gemeinden des Zweckverbands wohnen. «Es ist nicht nur für Bewohnende eine willkommene Abwechslung, auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wissen das zu schätzen.»

Gesucht werden aber nicht nur Kräfte fürs Café, auch in anderen Bereichen können sich Interessierte engagieren: beim Vorlesen, Spazierengehen, Begleiten auf Ausflügen, in der Aktivierung oder auch als kreative Köpfe, die das Heim saisonal verschönern. «Wir sind offen dafür, was die Leute für Ideen mitbringen», betont Marcel Staub. «Freiwillige sind bei diesen Aufgaben mit grossem Engagement dabei.»

Entlastung der Angestellten
Durch mehr Freiwillige soll eine Durchmischung mit den Flaachtal­bewohnerinnen und -bewohnern stattfinden, und gleichzeitig sollen die Angestellten entlastet werden, damit diese sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können. Natürlich spiele auch die Steigerung der Attraktivität des Alterswohnheims eine Rolle, so Marcel Staub: «Das Alterswohnheim soll leben!» Bisher haben sich auf den Aufruf hin wenige Frauen und Männer gemeldet. Wie sie sich engagieren, werden weitere Treffen und Gespräche zeigen.

Eine Umfrage in den anderen vier Alterswohnheimen im Weinland zeigte, dass alle die Freiwilligen als Bereicherung und Abwechslung für Bewohnende wie Mitarbeitende sehen. Vor allem, da es dadurch soziale Kontakte zu Menschen gibt, die weder im Heim wohnen noch arbeiten und auch meist keine Angehörigen dort haben.

Einig sind sich die Heimleiterinnen und Heimleiter auch darin, dass ohne die Freiwilligen gewisse Angebote gestrichen werden müssten. «Ich will mir das nicht vorstellen, denn unsere freiwilligen Helferinnen und Helfer leisten einen wichtigen Beitrag zum Wohle unserer Bewohnenden», sagt Ralph Hug vom Zen­trum für Pflege und Betreuung Weinland Mitte (ZPBW in Marthalen).

Seit Jahrzehnten im Einsatz
Oft bestehen diese Angebote seit Jahrzehnten und haben sich etabliert. So sind im Alters- und Pflegezentrum Stammertal rund 20 Menschen aktiv: in der Cafeteria, als E-Bike-Fahrer, die mit Bewohnenden Ausflüge machen, als Besuchende mit Hunden oder als «Blüemli-Frauen», die einmal pro Woche mit Blumensträussen für Farbpunkte sorgen. Die 45 engagierten Frauen und Männer im Wohn- und Pflegezentrum Rosengarten in Kleinandelfingen sind neben den bereits genannten Tätigkeiten auch als Mahlzeitenfahrende aktiv. Im ZPBW in Mar­thalen können die Betreiber auf 25 bis 30 Helfende zurückgreifen, die auch für Spielrunden zu haben sind oder Feste mit vorbereiten.

Im Zentrum Kohlfirst gibt es dagegen nur drei Männer, die sich als Rikscha-Fahrer einbringen. Zudem findet das monatliche Pro-Senectute-Essen in seinen Räumen statt. Dort wird derzeit ein Konzept ausgearbeitet, um ab nächstem Jahr das freiwillige Engagement auszubauen. Freuen würden sich aber alle Institutionen über weitere freiwillige Helferinnen und Helfer.

Zufriedenheit als Lohn
Auch wenn es kein Geld, dafür aber Wertschätzung und kleine Anerkennungen für die geleisteten Arbeiten (je nach Institution in Form von Präsenten, einem jährlichen Essen oder Ausflug) gibt: Auch für die Freiwilligen lohnt sich der Einsatz – wie das Beispiel von Margrit Lüthi zeigt.

Ihr wurde bereits mehr als einmal nach dem Einsatz bescheinigt, dass sie grosse Zufriedenheit ausstrahle. Für sie wie auch für andere Freiwillige ist dieser Einsatz eine schöne Aufgabe, die auch ihren Alltag bereichert.

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