Weinland

Kinder, Falten machen stark!

Wie ist es möglich, dass dünne Papierstreifen ein Gewicht von einem Kilo tragen können? Walter Weiss zeigt es in einem Video auf «AZ» online. Nachbasteln und am 5. Juli ins Fachwerkmuseum bringen!

von Silvia Müller
26. Juni 2020

«Der Trick ist simpel und kommt beim Eiffelturm ebenso zur Anwendung wie bei der Ossinger Eisenbahnbrücke», erklärt Walter Weiss: Wenn man Metallbleche oder Papierstreifen in der Mitte faltet und über den Winkel befestigt, entstehen ausserordentlich stabile und tragfähige Konstruktionen.

Im Stammertal haben ganze Generationen von Schulkindern nach diesem Prinzip Gebäude und Brücken aus Zeichenpapier gebaut. Einige davon wird der ehemalige Primarlehrer Ueli Peter am Sonntag, 5. Juli, im Fachwerkmu­seum im Girsbergerhaus ausstellen. Walter Weiss hofft, dass dann auch gros­se und kleine Bastelfreunde vorbeikommen, die diesen Artikel gelesen ha­ben – und dass sie mitbringen, was sie selbst zu Hause nach dieser Methode gebastelt haben. Im Anleitungsvideo auf «AZ» online zeigt er, wie es geht.

Er würde lieber selber mitbasteln
Natürlich war das ursprünglich anders gedacht. «Wir vom Museum wollten zusammen mit den Besuchern basteln, doch das geht wegen Corona nun leider nicht», erklärt er. Aber er sei sicher, dass die Kinder auch zu Hause viel Schönes bauen können und ihre Eltern ihnen im Notfall mit Rat und Tat helfen.

Die Familien können auch beim Sonntagsbesuch im Museum nochmals zusammen basteln. Wer etwas Einfacheres ausprobieren möchte, findet beispielsweise zwei kleine Modellbaubögen mit einem Rebhäuslein und dem romantischen Schützehüsli vom Lindenhof in Marthalen.

Jahresthema «Die dritte Dimension»
Der Verein Fachwerkerleben hofft, das restliche Jahresprogramm nun ungehindert durchführen zu können. Abgesehen von den offenen Sonntagen im Schaulager und Museum in Unterstammheim bietet er dieses Jahr thematische Exkursionen in die Surselva, nach Rottweil und nach Glattfelden an. Am 2. August dreht sich im Girsbergerhaus nochmals alles um 3D-Modelle, dann aber um besonders schöne Zimmermannsmodelle aus Holz.


Für das Kind (und für den Zimmermann) im Manne

Walter Weiss hat schon Dutzende Modellbogen von Fachwerkgebäuden gezeichnet und drucken lassen – aus Freude am Zeichnen, vor allem aber, um die wertvollen Bauten zu dokumentieren. «Ich wollte schon als Bub Zimmermann werden. Leider musste ich meine Lehre bei der Zimmerei Schaub in Andelfingen wegen Rückenproblemen abbrechen», erzählt er. Also sei er Sekundarlehrer und später Reallehrer geworden – aber das Fach Werken habe er immer besonders gern unterrichtet.

Sein neuester Streich ist eine 3D-Ansichtskarte aus Stammheim (Foto). Auf der Vorderseite sind schöne Fotos mit Dorfansichten, und beim Aufklappen springt einen ein Riegelhaus an. «Das ist wieder einmal eine reine Liebhaberei. Damit sich der Druck überhaupt lohnt, musste ich gleich 500 Stück bestellen», sagt er und lacht. Wer wolle, könne ihm ja ein paar Karten abnehmen und damit anderen eine Freude machen. Für 7.50 Franken müsse man das Riegelhaus selbst ausschneiden, leimen und einkleben, für 15 Franken könnte er die 3D-Karte versandfertig zusammengebaut abgeben.

Die Ansichtskarten, seine Modellbögen und seine drei Fachbücher zur Riegelbauweise sind auch im Girsbergerhaus erhältlich. (sm)

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