Weinland

Schulen: Aus fünf Standorten sollen noch zwei werden

Seit Januar 2015 sind die Schulen der fünf beteiligten Gemeinden fusioniert. Die Schulpflege will nun einen weiteren Schritt gehen: Schulhäuser schliessen, um effektiver zu wirtschaften.

von Christina Schaffner
15. Oktober 2019

Bisher führt die Schule Flaachtal unter einem Dach weiter, was bis Ende 2014 getrennt war. Jede der fünf Gemeinden im Tal (Berg und Buch am Irchel, Dorf, Flaach und Volken) unterhielt ihre eigene Schulgemeinde. Einzig die Oberstufe wurde bereits seit vielen Jahren gemeinsam geführt – hatte aber Finanzierungsprobleme. Um sie dauerhaft zu erhalten, wurde die Fusion aller sechs Schulgemeinden lanciert und vom Stimmvolk abgesegnet. Vorausgegangen war das Versprechen, fünf Jahre lang die Schulhäuser zu belassen, wie sie sind. Diese Schonfrist ist nun vorbei: aus fünf Primarschul- und Kindergartenstandorten sollen zwei werden. Für die Sanierungsarbeiten und Neubauten wird mit rund sechs Millionen Franken gerechnet.

«Nötig ist die Umstrukturierung aufgrund des Drucks vom Kanton», sagt Schulpflegepräsident Daniel Heuer auf Anfrage. In allen Klassen der Primarschule und des Kindergartens habe es weniger Schüler als gesetzlich vorgegeben. Der Kanton sei grosszügig gewesen und habe jeweils Sondergenehmigungen erteilt. «Wir wissen schon lange, dass wir das ändern müssen. Der Zeitpunkt ist nun da.» Damit dies nicht überstürzt geschieht, habe die Schulpflege mit Vertretern des Kantons eine informelle Abmachung getroffen, die während einer vereinbarten Zeitspanne eine ausgiebige Planung erlaube. Bis zur Umsetzung dürften sie weitermachen wie bisher.

Unter dem Blickpunkt der Zentralisierung erar­bei­te­te eine Projektgruppe mehrere Varianten. Bei der Schulgemeindeversammlung im Juni («AZ» vom 21.6.2019) waren davon noch drei übrig: ein Zentralschulhaus oder zweimal zwei Schulhäuser mit allen Stufen vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse; das Sekundarschulhaus in Flaach ist von der Umstrukturierung ausgenommen.

Gemeinderäte befragt
Gemeinsam mit den Gemeinderäten aller beteiligter Orte wurden die Vor- und Nachteile angeschaut und deren Anliegen und Wünsche angehört. Nun hat die Schulpflege einen Entscheid getroffen: Die Schulen in Buch am Irchel und Flaach sollen ausgebaut und die drei Standorte Berg am Irchel, Dorf und Volken geschlossen werden. Diese Gebäude gehen dann, wie bei der Fusion vereinbart, zurück an die jeweiligen Gemeinden.

«Wir wollen Eltern und Kindern damit Planbarkeit und Sicherheit vermitteln», wirbt Daniel Heuer für die zentralen Schulen. Neben der Effektivitätssteigerung – in Unter- und Mittelstufe kann je eine Klasse weniger geführt werden – sollen so auch Änderungen zu Beginn jedes neuen Schuljahrs oder allfällig zu organisierende Provisorien wegen ändernder Schülerzahlen verhindert werden. Schüler aus Dorf werden dann vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse nach Buch gehen, Volkemer und Bergemer Schüler nach Flaach.

Die Wahl auf diese beiden Standorte sei vor allem aufgrund der Schülerzahlen gefallen: Flaach und Buch am Irchel haben die meisten Kinder. Schülertransporte seien dafür zwar nötig, doch diese hätten sie bereits jetzt zu bewältigen, so Daniel Heuer. Und diese wären auch mit der bisherigen Weiterführung nötig. Im Gebäudeunterhalt könne zudem pro Jahr rund eine Viertelmillion Franken eingespart werden.

Ausbau für Umsetzung nötig
Damit der Plan aufgeht, müssen die beiden Schulen ausgebaut werden. In Flaach soll auch der Kindergarten zum Schulhaus zügeln. Landerwerb sei nicht nötig, es würde um die bestehenden Gebäude gebaut, so Daniel Heuer. Über einen entsprechenden Kredit hat das Volk voraussichtlich Ende 2021 an der Urne zu befinden – auf die Standortwahl hat es dagegen keinen Einfluss. Über den Projektierungskredit soll in der Gemeindeversammlung im Juni 2020 abgestimmt werden. Dann werden die Pläne auch konkreter vorgestellt. Gebaut wird 2022 und 2023, damit auf das Schuljahr 2024/2025 mit dem Unterricht an zwei Standorten begonnen werden kann. Dort wird es Tagesstrukturen geben – Mittagstisch und Nachmittagsbetreuung. Für eine dreijährige Übergangszeit, in der die Strukturen wie in der andauernden zweijährigen Pilotphase weitergeführt werden, wird an der Gemeindeversammlung am 27. November 2019 ein Kredit von 142 000 Franken beantragt. «Das Angebot der Tagesstrukturen wird von jungen, neu zugezogenen Familien gewünscht», so Daniel Heuer. Mit der Umsetzung würden die Gemeinden im Flaachtal attraktiver. «Die Schulpflege ist überzeugt, dass das Bedürfnis da ist.» Die Angebote umzusetzen, sei einfacher an zentralen Standorten.

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