Weinland

Strasse bleibt während der Motocross-Rennen offen

Es gibt Veranstaltungen, für die Kantonsstrassen gesperrt werden dürfen. Nicht so für das Motocross Zürcher Weinland, das am nächsten Wochenende erstmals am neuen Ort stattfindet.

von Christina Schaffner
16. August 2019

Für Motorsportfans ist das heimische Motocross Zürcher Weinland ein Fixpunkt im Kalender. Die 23. Auflage findet am 24. und 25. August statt, erstmals neben der Kantonsstrasse zwischen Dorf und Hünikon; vorher fand es in Dätwil statt. Seit Dienstag wird mit Baggern, Trax und anderem schwerem Gerät die Piste gebaut.

Unter Leitung von OK-Mitglied Marino Moser des veranstaltenden Auto- und Motoclubs Andelfingen und Umgebung (AMCA) entsteht am Hang eine rund zwei Kilometer lange Strecke mit drei grossen Sprüngen, einer langen Geraden und mehreren Wellensektionen. «Es ist für uns eine Herausforderung, da alles komplett neu angelegt werden muss», sagt er. Dort, wo der Anlass bisher durchgeführt wurde, hätten sie gewusst, «was wohin kommt und wie es angelegt werden muss».

Beim neuen Pistenbau entstünden immer wieder Si­tua­tio­nen, bei denen sie überlegten, wie sie damit umgehen könnten. Manches, was sie zuvor auf dem Papier geplant haben, muss deshalb leicht abgeändert werden.

Ändern mussten die Veranstalter auch einen Teil ihres Konzepts. Ursprünglich hatten sie dar­auf gehofft, eine Bewilligung für die Sperrung der Kantonsstrasse zu bekommen. Dies war ihnen wichtig, da das Lager der Fahrer auf der anderen Seite der Stras­se liegt, die alle Crössler vor und nach dem Start überqueren müssen. Und auch die Sicherheit der anreisenden Besucher wäre durch eine Sperrung der Strasse leichter zu gewährleisten gewesen.

Für Frösche gesperrt
Doch diese Bewilligung erteilten das kantonale Tiefbauamt und die Kantonspolizei Zürich nicht. Sie sehen in Auf­lagen wie Warnschildern, einem ausgewiesenen Übergang und einem Verkehrsdienst mit ausgebildetem Personal eine ausreichende und «verträgliche Lösung», sagt Florian Frei von der Kommunikationsabteilung der Kantonspolizei Zürich. «Diese Massnahmen führen zu einer geringeren Behinderung des Verkehrs auf der Kantonsstrasse (Hünikonerstrasse) und berücksichtigen die Interessen des Veranstalters sowie des kantonalen Tiefbauamts als Stras­seneigentümer.»

Die Idee dahinter sei, Kantonsstras­sen zu entlasten und nicht durch Veranstaltungen zu belasten. Die Anfragen um Strassensperrungen nähmen stetig zu, und es sei nicht möglich, für jedes Fest eine Kantonsstrasse zu sperren. Auch nicht diese, die im Frühjahr während der Amphibienwanderung 30 Nächte gesperrt ist und bei der es gute Möglichkeiten für eine Umfahrung gibt.

Verträgliche Lösungen suchen
Jede Anfrage werde individuell behandelt, so Florian Frei weiter. Bereits bestehende Veranstaltungen wie der «LerchPartner.ch CSI Humlikon» bekommen die Sperrung weiterhin bewilligt, denn der Kanton wolle traditionelle Feste nicht zerstören. Bei neuen Anfragen werde nach einer «verträglichen Lösung für alle» gesucht. Tendenziell würden neue Anfragen zu Sperrungen  einer Kantonsstrasse eher abgelehnt. Die Erfahrung habe gezeigt, dass sich mit den Massnahmen, wie sie beim Motocross Zürcher Weinland
geplant sind, eine Veranstaltung gut steuern liesse.

«Erheblicher Mehraufwand»
Die Organisatoren haben sich mit dieser Auflage arrangiert und das Sicherheitskonzept überarbeitet. Entlang der Hünikonerstrasse wird zur Absicherung ein zwei Meter hoher Zaun aufgebaut – auch, damit nur der ausgewiesene Übergang genutzt werden kann. Die Feuerwehr sorgt dort für die Sicherheit. Tafeln mit der Aufschrift «erschwerte Durchfahrt» weisen sowohl von Dorf als auch von Hünikon Kommende auf die Veranstaltung hin.

Besucher, Cross-Fahrer und Autofahrer würden mit Wartezeiten rechnen müssen. «Es bedeutet für uns einen erheblichen Mehraufwand, das Risiko von Unfällen auf diese Weise zu eliminieren», sagt Rolf Schoch, OK-Vizepräsident. Er gibt sich aber zuversichtlich: «Es kommt schon gut», und hofft auf das Verständnis aller Beteiligten. Die Autofahrer bittet er, an diesem Wochenende die Strasse zwischen Dorf und Hünikon zu umfahren – oder lieber gleich «als Besucher zu unserem spannenden Motocross zu kommen».

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