Wenn die bunten Fähnchen flattern, ist der Hilari nicht mehr weit

Region - Bunte Fähnchen über den Strassen, eisige Kälte und dennoch viele helfende Hände: In Uhwiesen wurde am Samstagmorgen sichtbar, dass der Hilari vor der Tür steht.

Stefanie Tumler (st) Publiziert: 13. Januar 2026
Lesezeit: 3 min

Es ist kurz vor neun Uhr am Samstagmorgen, als sich auf dem Volg-Platz in Uhwiesen nach und nach einige Männer einfinden. Ein kurzer Schwatz, ein Blick zum Himmel – kalt ist es, der Wind pfeift durch die Gassen, zwischendurch fallen ein paar Schneeflocken. Doch davon lässt sich niemand beirren. Pünktlich beginnt die Arbeit: Die Fähnchen-Girlanden werden ausgeladen und aufgeteilt.

In zwei Gruppen machen sich die rund zehn Männer auf den Weg. Die einen gehen Richtung Hauptstrasse, die anderen ins Dorfzentrum. Dort wartet in diesem Jahr eine Besonderheit: eine neue Girlande, die erstmals aufgehängt wird. Präsidentin Christa Fierz vom Hilariverein hat sie frisch gewaschen mitgebracht und erzählt stolz, dass sie eigens neu angefertigt wurde. «Das gehört einfach dazu», sagt sie.

Was an diesem Samstag sichtbar wird, ist das Resultat vieler Stunden Vorbereitung. In den Wochen zuvor wurde gebastelt, vorbereitet und organisiert – mit helfenden Händen aus verschiedenen Generationen.
 
Nun zeigt sich diese Arbeit im Dorf.Einer steigt auf die Leiter, die anderen halten unten dagegen und sorgen für sicheren Stand. Die Handgriffe sitzen, Worte braucht es kaum. Auch ein junger Helfer ist mit dabei: Er hält die Leiter, packt mit an und steigt zwischendurch selbst nach oben. Es braucht jeden Einzelnen – nur gemeinsam gelingt die Arbeit.

Viele der Helfer sind seit Jahren dabei. Für sie gehört das Aufhängen fest zum Kalender, ganz gleich, bei welchem Wetter. Auch an diesem Samstag wird gezogen, ausgerichtet und immer wieder kontrolliert, ob alles richtig sitzt. Denn auch wenn Lastwagen offiziell nicht durch das Dorfzentrum fahren dürfen, kommt es immer wieder vor. Die Fähnchen müssen deshalb so angebracht sein, dass auch hohe Fahrzeuge passieren können.

Kalte Finger gehören ebenso dazu wie das gemeinsame Lachen zwischendurch. Man kennt sich, hilft sich aus und arbeitet Hand in Hand.

Wenn aus Fähnchen Vorfreude wird

Für Aussenstehende mögen es nur bunte Fähnchen sein. Für die Dorfbewohner jedoch sind sie das klare Zeichen: Jetzt wird es ernst, jetzt beginnt die Hilari-Zeit. Besonders symbolträchtig ist der Moment, in dem der bekannte Smiley am Hörnli-Turm aufgehängt wird.

Ähnlich ist die Stimmung in den Nachbargemeinden. In Flurlingen, Feuerthalen und Langwiesen wird ebenfalls vorbereitet, dekoriert und organisiert. Überall lebt der Hilari vom freiwilligen Engagement.

Wenn der Hilari das Dorf erfasst

Der Hilari beginnt in den Gemeinden unterschiedlich – mal mit einer Gemeindeversammlung, mal mit dem Einläuten. Gemeinsamer Nenner ist jedoch die Tagwache am Freitag, wenn frühmorgens Trommeln und laute Lärminstrumente durch die Strassen hallen.

In den folgenden Tagen prägen Umzüge und närrisches Treiben das Leben in den Gemeinden. Den Höhepunkt bilden am Samstag die grossen Hilari-Umzüge. Mit der Abdankung endet das Fest schliesslich so, wie es begonnen hat: getragen von der Gemeinschaft.