Weinland

Bläserklasse scheint sehr verlockend

Augenreiben am ersten Infoabend zur Bläserklasse: Offensichtlich hegen viele Erwachsene den Traum, auch als Späteinsteiger ein Instrument erlernen zu können. Ohne Druck und in einem Anfänger­ensemble.

von Silvia Müller
21. September 2018

Nicht allzu erwartungsvoll an eine Sache ranzugehen verhindert Enttäuschungen. Und ermöglicht umso grös­sere Freude, wenn es dann klappt! So fühlten sich die regionalen Musik­vereine am Mittwochabend. Sie organisieren eine zweijährige Ausbildung für Erwachsene, die gerne zusammen mit anderen Einsteigern ein Blasinstrument von Grund auf erlernen möchten.

Das Projekt Bläserklasse startet im Januar 2019 und wird an einem zweiten Infoabend am 3. Oktober nochmals vorgestellt. Schon zum ersten Infoabend kamen zwei Dutzend Neugierige in ihren zukünftigen Proberaum im Schulhaus Landstrasse. «Ein so gros­ses Interesse haben wir uns natürlich erhofft, aber nicht direkt damit gerechnet», sagt David Stäheli, Präsident der Musikgesellschaft Andelfingen.

Endlich Zeit für sich
Ein Blick in die Runde zeigte: Vor allem Frauen und Männer, die die anstrengende Familienphase bereits hinter sich haben, scheinen Lust aufs gemeinsame Lernen und Musizieren zu haben. Die meisten von ihnen gaben an, bisher nie länger ein Instrument gespielt zu haben. Mehr noch: Einige haben sich noch nicht einmal für ein bestimmtes Instrument entschieden. Vielleicht fiel ihnen die Wahl nach dem fröhlichen Ausprobieren leichter. Angeleitet von Mitgliedern der Musikvereine konnten sie die in Frage kommenden Blasins­trumente gleich selbst ausprobieren – also Querflöte, Klarinette, Saxofon, Trompete, Posaune, Tuba und Euphonium. Es klang nicht koordiniert, aber begeistert!

Gemeinsam und doch individuell
Marco Weber wird die Bläserklasse leiten. Er stellte das Lehrmittel vor und beantwortete alle Fragen. Die Proben finden jeden Mittwochabend statt, aus­ser in den Sommer- und Weihnachtsferien. «Wir machen in den Schulferien bewusst keine Pause, weil unsere Teilnehmer erfahrungsgemäss nicht unbedingt dann wegfahren. Alle sollen dann Ferien machen können, wenn es ihnen passt», erklärte Marco Weber.

Geäussert wurde vor allem die Sorge, durch das Mitmachen allzu angebunden zu werden. «Wir haben zwei Jahre Zeit. Selbst wenn Sie zwei Monate lang auf Weltreise gehen, reicht das, um den Anschluss wieder zu finden – vorausgesetzt, Sie nehmen das Instrument mit auf die Reise und üben jeden Tag», sagte Marco Weber und erntete Gelächter. Dann ernsthaft: Die Klasse schreite so voran, dass alle mitkommen.

Zumindest am Anfang wird jede Instrumentengruppe zusätzlich separat durch Fachlehrer der Musikschulen unterrichtet, um auf die individuellen Fortschritte Rücksicht nehmen zu können. Allerdings wäre eine halbe Stunde Üben am Tag auf jeden Fall kein schlechter Vorsatz, fügte Marco Weber hinzu.

Günstig und zielgerichtet
Das Projekt rollt also sehr gut an. Vielleicht kommen ja nach dem zweiten Infoabend noch mehr Frauen und Männer auf den Geschmack. Ein eigenes Instrument ist nicht Voraussetzung, es kann für 30 Franken pro Monat gemietet werden. Der Unterricht selbst ist mit 380 Franken pro Semester – inklusive Noten – sehr günstig. Und sehr effektiv: «Wir werden schon nach sechs Monaten ein erstes Konzertchen mit einfachen Stücken geben, und das wird das erste und letzte Mal sein, wo Sie Lampenfieber haben!», versprach Mar­co Weber.


3. Oktober, 20 Uhr, Infoabend im Schulhaus Landstrasse, Andelfingen. Weitere Infos bei Monika Reuschenbach, Tel. 043 266 03 51 E-Mail: mreuschenbach@gmx.ch oder auf den Websites der Musikvereine

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